Ein Hard Fork ist eine so einschneidende Protokolländerung, dass sie mit früheren Softwareversionen inkompatibel wird und das Netzwerk in zwei Pfade aufspaltet, sofern nicht alle Teilnehmer gemeinsam upgraden. Während ein gewöhnliches Update die bestehenden Regeln verschärft, schreibt ein Hard Fork sie neu: Blocks oder Transaktionen, die der alte Code abgelehnt hätte, werden plötzlich gültig, sodass Nodes mit der vorherigen Version derselben Chain nicht mehr folgen können wie die geupgradeten Nodes.
In der Praxis schlagen Entwickler die Änderung vor, die Community diskutiert darüber, und für die Aktivierung wird eine bestimmte Blockhöhe oder ein Datum festgelegt. Nodes, die bis dahin nicht aktualisieren, fallen entweder ganz aus dem Netzwerk heraus, oder, falls genug Hashrate den alten Regeln treu bleibt, bestehen beide Versionen als getrennte Chain Splits weiter, die die Historie bis zu diesem Punkt teilen, sich danach aber trennen, oft mit jeweils einem eigenen Token.
Hard Forks haben die Krypto-Geschichte mehrfach geprägt. Der Hack von The DAO auf Ethereum im Jahr 2016 veranlasste Entwickler, die Chain zu forken und den Diebstahl rückgängig zu machen, eine Entscheidung, die eine Minderheit ablehnte: Sie minten stattdessen weiter auf dem unveränderten Ledger als Ethereum Classic. Ein Jahr später führte ein Streit über die Blockgröße von Bitcoin zu Bitcoin Cash, das sich 2018 selbst erneut in Bitcoin Cash und Bitcoin SV aufspaltete. Nicht jeder Hard Fork erzeugt einen konkurrierenden Coin: Viele werden mit nahezu einhelliger Zustimmung durchgeführt, ohne dass eine dauerhafte Spaltung entsteht, da das Ziel schlicht ist, das gesamte Netzwerk gemeinsam weiterzuentwickeln.
Die größten Risiken sind Replay-Angriffe, bei denen dieselbe signierte Transaktion auf beiden entstandenen Chains gültig ist, sowie eine schwächere Mining-Sicherheit auf der Chain, die nach der Spaltung weniger Hashpower besitzt.