In der Kryptowelt ist ein Bot eine Software, die eigenständig sich wiederholende oder zeitkritische Aufgaben ausführt, und der Begriff umfasst ein viel breiteres Spektrum an Einsatzzwecken als nur das Filtern von Spam.
Auf Messaging-Plattformen wie Telegram prüfen Moderations-Bots neue Mitglieder, beantworten häufig gestellte Fragen und löschen Nachrichten, die bekannten Scam-Mustern entsprechen. Eine eigene Kategorie, Trading Bots, verbindet sich mit einer Exchange oder einer Wallet und platziert automatisch Orders. Auf zentralisierten Exchanges fahren Bots häufig Dollar-Cost-Averaging- oder Grid-Strategien über einen API-Schlüssel statt über einen Login. Auf dezentralen Exchanges beobachten sogenannte "Sniper"-Bots stattdessen direkt die Launch-Transaktion eines Tokens und feuern einen Kauf ab, sobald der Handel eröffnet wird, wobei sie mit anderen Bots um dieselben ersten Sekunden Liquidität konkurrieren.
Eine verwandte Kategorie, MEV-Bots, erzielt Gewinn, indem sie Transaktionen rund um gewöhnliche Trades umsortieren oder einschieben, etwa durch das "Sandwiching" eines Swaps: kurz davor kaufen und direkt danach zu einem aufgeblähten Preis verkaufen. Deshalb leiten mehrere populäre Trading Bots Orders inzwischen über private Transaktionskanäle, gezielt um die MEV-Exposition ihrer Nutzer zu verringern.
Neben ihrer Bequemlichkeit bergen Bots echte Risiken. Einem Bot Wallet-Zugriff oder Handelsrechte zu geben bedeutet, dem zugrunde liegenden Code und den Betreibern zu vertrauen; einige Bots waren bereits Opfer von Smart-Contract-Exploits, bei denen verbundene Nutzergelder abgezogen wurden. Gefälschte "Verifizierungs"-Bots, die bekannte Dienste imitieren, sind auf Telegram ebenfalls ein gängiges Phishing-Werkzeug, gedacht um Seed Phrases zu stehlen oder Malware zu verbreiten, statt irgendetwas Legitimes zu automatisieren. Ein Bot, der früh in einen Token einsteigt, macht damit auch nicht automatisch einen guten Trade, denn viele frisch gelaunchte Token sind Honeypots, die den Verkauf blockieren oder bestrafen.