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Eine Einführung in Cloud Mining

An Introduction To Cloud Mining

Wichtigste Punkte

  • Cloud Mining ermöglicht es, ein Unternehmen dafür zu bezahlen, Kryptowährungen für einen zu minen, statt eigene Hardware zu betreiben, doch das Modell hat eine lange Geschichte aus Betrug und nicht eingehaltenen Versprechen.
  • Die grundlegende Ökonomie spricht selten für den Kunden: Wäre Mining zuverlässig profitabel, würde der Anbieter selbst minen, statt Hash Power mit Rabatt zu verkaufen.
  • Mining mit eigener Hardware, direkter Kauf an einer Exchange, Self-Custody und Staking sind alles sicherere Wege, sich Krypto-Exposure zu verschaffen, als Cloud-Mining-Verträge zu kaufen.

In diesem Artikel


Cloud Mining ermöglicht es Privatpersonen, Kryptowährungen wie Bitcoin ohne eigene Hardware zu minen, indem sie Rechenleistung von entfernten Rechenzentren mieten. Das Konzept klingt verlockend, doch Cloud Mining hat sich als einer der riskantesten Bereiche der Krypto-Welt erwiesen, in dem der Großteil der Anbieter sich als Betrug oder unrentabel herausstellt.

Warnung: Die meisten Cloud-Mining-Anbieter waren in der Vergangenheit betrügerisch oder haben zu erheblichen Verlusten für Investoren geführt. Äußerste Vorsicht ist geboten, bevor man einen Cloud-Mining-Dienst in Betracht zieht.

Was ist Cloud Mining?

Cloud Mining ist ein Service, bei dem Kunden ein Unternehmen dafür bezahlen, Kryptowährungen für sie zu minen, indem sie die Hardware und Anlagen des Unternehmens nutzen. Statt selbst Mining-Equipment zu kaufen, aufzubauen und zu warten, mietet man Hash Power von einem Anbieter, der die gesamte technische Arbeit übernimmt.

Der typische Ablauf: Man registriert sich bei einem Anbieter, kauft einen Vertrag über eine bestimmte Menge Hash Power und Laufzeit und erhält dann Auszahlungen auf Basis der angeblich erzielten Mining-Belohnungen. Der Anbieter kümmert sich um Equipment, Strom, Kühlung und Wartung.

Warum Cloud Mining extrem riskant ist

Cloud Mining birgt erhebliche Risiken, die potenzielle Investoren verstehen müssen, bevor sie Geld einsetzen.

Das grundlegende ökonomische Problem

Die wichtigste Frage zu jedem Cloud-Mining-Dienst lautet: Wenn Mining profitabel ist, warum sollte das Unternehmen diese Hash Power dann an dich verkaufen, anstatt die Gewinne selbst zu behalten? In den meisten Fällen lautet die Antwort, dass die Ökonomie schlicht nicht zugunsten des Kunden funktioniert. Unternehmen können mehr verdienen, indem sie Verträge verkaufen, als indem sie tatsächlich minen, und das ist ein deutliches Warnsignal.

Eine Geschichte aus Betrug und Pleiten

Die Cloud-Mining-Branche hat eine besorgniserregende Bilanz. Mehrere prominente Anbieter sind zusammengebrochen oder als betrügerisch aufgeflogen:

  • HashFlare: Beendete 2018 alle Bitcoin-Mining-Verträge; die Gründer wurden später wegen eines mehrere hundert Millionen Dollar schweren Betrugsschemas angeklagt.
  • BitConnect: Kollabierte Anfang 2018 und wurde später von der SEC als Ponzi-Schema bestätigt.
  • Mining Max: Betrog Investoren um rund 250 Millionen US-Dollar, verteilt auf mehr als 18.000 Geschädigte.
  • GAW Miners und Paycoin: Gründer Josh Garza wurde wegen Wire Fraud verurteilt, nachdem Staatsanwälte das Vorgehen als Ponzi-Schema beschrieben hatten.

Viele Cloud-Mining-Anbieter funktionieren wie Ponzi-Schemata, bei denen Auszahlungen an Bestandskunden aus neuen Einzahlungen statt aus echten Mining-Erlösen kommen. Solche Systeme können Monate oder sogar Jahre laufen, bevor sie zusammenbrechen.

Fehlende Transparenz

Die meisten Cloud-Mining-Unternehmen bieten keinerlei Möglichkeit zu prüfen, ob das Mining-Equipment überhaupt existiert oder wie behauptet eingesetzt wird. Kunden müssen sich vollständig auf das Wort des Anbieters verlassen, eine unabhängige Verifikation ist nicht möglich.

Nachteilige Vertragsbedingungen

Cloud-Mining-Verträge enthalten in der Regel Klauseln, die es dem Anbieter erlauben, den Dienst einzustellen, sobald Mining unrentabel wird. Das passiert oft, wenn Kurse fallen oder die Mining-Difficulty steigt. Der Kunde trägt das Abwärtsrisiko, während sich das Unternehmen absichert.

Arten von Cloud Mining

Es gibt zwei Hauptmodelle des Cloud Mining, beide bergen dieselben grundlegenden Risiken.

Hosted Mining

Beim Hosted Mining kauft oder least der Kunde physische Mining-Hardware, die in der Anlage des Unternehmens steht. Das Unternehmen wartet das Equipment und zahlt Strom und Kühlung. Technisch besitzt oder kontrolliert man konkrete Hardware, ist aber dennoch komplett von der Ehrlichkeit und dem Fortbestand des Unternehmens abhängig.

Geleaste Hash Power

Bei geleaster Hash Power kauft man einen Anteil an der gesamten Mining-Leistung eines Unternehmens, ohne dass einem konkrete Hardware zugewiesen ist. Man erhält einen Anteil der Mining-Belohnungen entsprechend der gekauften Hash Power. Dieses Modell ist noch intransparenter als Hosted Mining.

Warnsignale, auf die man achten sollte

Wer auf einen Cloud-Mining-Dienst stößt, sollte auf folgende Warnsignale achten.

  • Garantierte Renditen: Kein seriöser Mining-Betrieb kann angesichts der Kursvolatilität und der wechselnden Mining-Difficulty Gewinne garantieren.
  • Unrealistische Gewinnprognosen: Skepsis ist bei jedem Rechner angebracht, der hohe, stabile Renditen ausweist.
  • Aggressive Referral-Programme: Starker Fokus auf die Anwerbung neuer Kunden ist ein klassisches Merkmal von Ponzi-Schemata.
  • Anonymes oder nicht verifizierbares Team: Seriöse Unternehmen haben eine identifizierbare Führung mit nachvollziehbarer Vita.
  • Kein Nachweis des Mining-Betriebs: Anfragen nach Anlagenbesichtigungen oder Hardware-Verifikation werden abgelehnt.
  • Druck zur schnellen Investition: „Zeitlich begrenzte Angebote“, die Due Diligence verhindern sollen.
  • Auszahlungseinschränkungen: Schwierigkeiten bei Auszahlungen oder Mindestguthaben-Regeln, die Nutzergelder festhalten.

Cloud Mining vs. Pool Mining

Es lohnt sich, Cloud Mining vom Pool Mining abzugrenzen, das anders funktioniert.

Beim Pool Mining besitzt und betreibt man eigene Mining-Hardware. Man schließt sich einem Mining-Pool an, um die eigene Hash Power mit der anderer Miner zu bündeln und so die Chance auf Belohnungen zu erhöhen. Diese werden anschließend nach Beitrag verteilt. Man behält die volle Kontrolle über das Equipment und kann den eigenen Beitrag verifizieren.

Cloud Mining nimmt diese Kontrolle vollständig weg. Man überweist Geld an ein Unternehmen und hofft, dass es im eigenen Namen mint. Man kann den Betrieb nicht verifizieren, seine „Investition“ nicht als Hardware abziehen und ist komplett auf die Ehrlichkeit des Anbieters angewiesen.

Pool Mining verlangt technisches Wissen und Investitionen in Equipment, bietet aber die Transparenz und Kontrolle, die Cloud Mining grundsätzlich fehlt.

Sicherere Alternativen zu Cloud Mining

Wer sich für Kryptowährungen interessiert, sollte diese Alternativen mit besserem Risikoprofil in Erwägung ziehen.

  • Mining mit eigener Hardware: Eigene ASIC-Mining-Hardware zu kaufen, verschafft volle Kontrolle und Transparenz. Es erfordert eine Anfangsinvestition und laufende Stromkosten, doch das Equipment gehört einem und man kann genau prüfen, was es tut.
  • Direkter Kauf: Kryptowährungen über eine seriöse Exchange zu kaufen, verschafft direkten Besitz ohne die Komplexität und Risiken des Minings.
  • Self-Custody: Bewahre deine Kryptowährungen in einer eigenen Wallet auf, deren Private Keys du selbst kontrollierst. Not your keys, not your coins.
  • Staking: Viele Kryptowährungen nutzen inzwischen Proof-of-Stake-Konsens und ermöglichen es, Belohnungen durch Staking bereits gehaltener Coins zu verdienen, mit voller Transparenz über die eigenen Bestände.
  • Krypto-ETFs: Wer klassische Anlageprodukte bevorzugt, findet inzwischen in vielen Märkten Spot-ETFs auf Bitcoin und Ethereum, die regulierten Zugang zu Krypto-Exposure bieten.

Fazit

Cloud Mining birgt für die meisten Privatpersonen erhebliche Risiken, die mögliche Vorteile bei Weitem überwiegen. Die Betrugsgeschichte der Branche, die grundlegenden ökonomischen Probleme des Geschäftsmodells und die völlige Intransparenz machen Cloud Mining für die meisten Anleger ungeeignet.

Klingt ein Cloud-Mining-Angebot zu gut, um wahr zu sein, ist es das fast immer auch. Wer an Kryptowährungen interessiert ist, ist mit direktem Kauf, dem Erlernen von Self-Custody oder dem Erkunden von Staking-Optionen mit bereits gehaltenen Kryptowährungen besser bedient.

Merke: Seriöse Investmentchancen verlangen nicht, dass man anonymen Unternehmen Geld allein aufgrund von Renditeversprechen anvertraut.
TL;DR

Cloud Mining ist riskant und oft betrügerisch. Hier sind die Gefahren, die wichtigsten Warnsignale und sicherere Alternativen für Krypto-Investments.

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