Addy ist Krypto-Slang für eine Wallet-Adresse, die öffentliche Zeichenfolge aus Buchstaben und Zahlen, die man jemandem gibt, damit dieser einem Krypto senden kann. Der Begriff taucht ständig in Chats, auf Discord und in DMs auf: "Schick mir deine Addy" bedeutet einfach "Gib mir deine Wallet-Adresse."
Jede Adresse wird mathematisch aus dem öffentlichen Schlüssel einer Wallet abgeleitet, der wiederum aus einem privaten Schlüssel stammt, der niemals das Gerät des Besitzers verlassen sollte. Das Format variiert je nach Netzwerk: Eine Bitcoin-Addy beginnt meist mit 1, 3 oder bc1, während eine Ethereum-artige Addy eine 42-stellige Zeichenfolge ist, die mit 0x beginnt. Da eine Adresse nur einen kryptografischen Identifikator preisgibt, keinen Namen oder eine Kontohistorie an sich, ist das Weitergeben der eigenen Addy unbedenklich. Das Teilen eines privaten Schlüssels oder einer Seed Phrase dagegen nie.
Die Kürze des Wortes macht einen Teil seiner Beliebtheit aus: Eine 34 bis 42 Zeichen lange Zeichenfolge in einem Voice-Call vorzulesen ist unpraktisch, weshalb Trader sowohl den Begriff als auch die Gewohnheit des sorgfältigen Gegenprüfens abkürzen. Diese Lässigkeit birgt reale Risiken. Da Adressen lange, zufällig wirkende Zeichenfolgen sind, prüfen die meisten Nutzer sie nur anhand der ersten und letzten Zeichen, und genau das nutzen "Address Poisoning"-Betrugsmaschen aus: Angreifer erstellen eine ähnlich aussehende Addy, senden eine Transaktion mit einem verschwindend geringen Betrag, um sie in der Historie eines Opfers zu platzieren, und warten darauf, dass das Opfer sie bei einer späteren Überweisung versehentlich kopiert.
Da Blockchain-Transaktionen nicht rückgängig gemacht werden können, sollte man vor jeder Bestätigung die vollständige Addy prüfen, einschließlich der mittleren Zeichen, und häufig genutzte Adressen im Adressbuch der eigenen Wallet speichern, statt sie aus dem Transaktionsverlauf zu kopieren.