Minting bezeichnet das Erstellen einer brandneuen Einheit eines digitalen Assets und das dauerhafte Festhalten ihrer Existenz auf einer Blockchain, das Krypto-Äquivalent einer Münzprägung. Anders als eine reine Übertragung eines bestehenden Tokens zwischen Wallets bringt Minting einen Token zum allerersten Mal in Umlauf, meist durch den Aufruf einer Funktion in einem Smart Contract, die das Gesamtangebot erhöht und das Eigentum einer bestimmten Adresse zuweist.
Die Mechanik unterscheidet sich je nach Kontext. Bei Proof-of-Work-Netzwerken wie Bitcoin werden neue Coins automatisch als Blockbelohnung für den Miner geprägt, der einen Block löst, nach einem festen Zeitplan, der sich etwa alle vier Jahre halbiert und die Ausgabe in Richtung von Bitcoins Obergrenze von 21 Millionen abschwächt. In der Welt der NFTs bedeutet Minting, Kunst, Musik oder eine andere Datei auf einen Marktplatz hochzuladen, der sie als einzigartiges Token mit eigenen Metadaten registriert, oft gegen eine über die Wallet bezahlte Gasgebühr; manche Plattformen bieten "Lazy Minting" an, bei dem diese Gebühr erst beim tatsächlichen Verkauf des Items anfällt.
Auch fungible Token werden gemintet. Ein Token Generation Event eines Projekts mintet das anfängliche Angebot, und viele dezentrale Anwendungen halten danach eine Mint-Funktion offen für Belohnungen, Staking-Auszahlungen oder neue Collateral-Einzahlungen. Durch Collateral gedeckte Stablecoins folgen demselben Muster umgekehrt: Die Einzahlung von Dollar oder Krypto als Collateral mintet neue Token, und deren Einlösung verbrennt Token, um das Angebot an die Reserven anzugleichen.
Da eine Mint-Funktion die Angebotsmenge direkt steuert, ist ihre Berechtigungsstruktur ein zentraler Sicherheitsaspekt. Contracts mit uneingeschränkten oder schlecht abgesicherten Minting-Rechten haben schon zu versehentlichem Überangebot und ausgenutzten "Infinite Mint"-Angriffen geführt, weshalb geprüfte Zugriffskontrollen ebenso wichtig sind wie der Mintprozess selbst.