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Remote Procedure Call (RPC)

Hinter den Kulissen bedeutet Blockchain-RPC fast immer JSON-RPC: ein leichtgewichtiges, zustandsloses Nachrichtenformat, das einen Methodennamen samt Parametern in JSON verpackt, an einen Node sendet und das Ergebnis im selben Format zurückerhält. Es funktioniert über HTTP, WebSocket oder einen lokalen IPC-Socket, weshalb derselbe Standard sowohl eine einfache Guthabenabfrage als auch ein Live-Abonnement neuer Blocks abdeckt.

Ethereum und jede EVM-kompatible Chain, darunter Polygon, Arbitrum und Base, sprechen diesen Dialekt über standardisierte Aufrufe wie eth_getBalance, eth_call und eth_sendRawTransaction. Eine Wallet wie MetaMask ist im Kern ein RPC-Client: Man wählt ein Netzwerk, und im Hintergrund zeigt sie schlicht auf eine andere Endpoint-URL.

Einen Full Node zu betreiben, um eigene RPC-Anfragen zu bedienen, erfordert Hunderte Gigabyte Speicher, dauerhafte Uptime und laufende Wartung. Deshalb setzen die meisten Entwickler und Wallets stattdessen auf verwaltete Anbieter wie Infura und Alchemy oder auf kostenlose öffentliche Endpoints für leichte Nutzung. Öffentliche Endpoints sind gemeinsam genutzt und rate-limitiert, ohne Uptime-Garantie, während bezahlte, dedizierte Endpoints Service-Level-Agreements, höheren Durchsatz und historische Archivdaten für Produktivanwendungen bieten.

Da eine kleine Zahl von Anbietern inzwischen einen Großteil des Ethereum-Verkehrs abwickelt, gilt RPC-Zugang als anerkanntes Zentralisierungsrisiko: Fällt ein großer Anbieter aus, können Wallets und dApps, die darauf aufbauen, stillstehen, obwohl die Blockchain selbst weiter Blocks produziert. Dezentrale RPC-Netzwerke, die Anfragen über viele unabhängige Node-Betreiber verteilen, sind gezielt entstanden, um genau diesen Single Point of Failure zu verringern.