Weak Hands ist kein reiner Krypto-Begriff: Er stammt ursprünglich aus dem traditionellen Handel, wo er Marktteilnehmer beschreibt, denen die Überzeugung fehlt, eine Position unter Druck zu halten. Im Krypto-Jargon wird jeder so genannt, der zu früh aussteigt und einen vorübergehenden Kursrückgang aus Angst, statt wegen einer echten Änderung der ursprünglichen These, in einen endgültigen Verlust verwandelt.
Das Verhalten folgt meist einem erkennbaren Muster: Kaufen während einer Rally aus Begeisterung oder aus Angst, etwas zu verpassen, und anschließend panisches Verkaufen, sobald sich der Kurs dreht. Da diese Reaktion vorhersehbar ist, nutzen größere, kapitalstärkere Trader sie manchmal gezielt aus, indem sie negative Gerüchte streuen oder große Verkaufsaufträge platzieren, um eine Kaskade von Weak-Hands-Verkäufen auszulösen, ein Vorgehen, das Trader "das Ausschütteln der Weak Hands" nennen. Eine solche Welle erzwungener Verkäufe kann einer kleinen Capitulation ähneln und Kurse unter das drücken, was die Fundamentaldaten rechtfertigen, wodurch sich ruhigeren Käufern eine Gelegenheit bietet.
Der Begriff dient vor allem als milde Beleidigung in Handels-Communities und ist das direkte Gegenteil von Diamond Hands, also Haltern, die trotz Volatilität an ihrer Position festhalten. Ganz gerecht ist das Label jedoch nicht immer: Verkaufen kann eine rationale Risikoentscheidung sein, wenn sich die Fundamentaldaten eines Projekts tatsächlich verschlechtern oder wenn eine Position von Anfang an zu groß war, um sie bequem durch einen Abschwung zu halten. Zu große Positionen und wenig Recherche sind häufige Ursachen, denn Überzeugung lässt sich ohne einen klaren Grund fürs Halten, jenseits der Hoffnung auf steigende Kurse, kaum aufrechterhalten.