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HODL

Abgesehen von der Falschschreibung beschreibt HODL eine passive Anlagestrategie: einen Vermögenswert kaufen und sich weigern zu verkaufen, unabhängig von kurzfristigen Kursschwankungen, angstgetriebenen Schlagzeilen oder Marktpanik. Der Begriff geht auf einen konkreten Moment in der Bitcoin-Geschichte zurück, nicht auf allgemeinen Internet-Slang.

Am 18. Dezember 2013 veröffentlichte ein Nutzer des Bitcointalk-Forums unter dem Namen GameKyuubi einen chaotischen, selbstironischen Thread mit dem Titel "I AM HODLING", verfasst während eines plötzlichen Kurssturzes von 39 % bei Bitcoin. Er gab zu, ein schlechter Trader zu sein, und argumentierte, dass nur geschickte Daytrader oder panische Anfänger während eines Abschwungs verkaufen, und dass er lieber seine Coins halten würde, statt zu versuchen, den Boden zu timen. Der Tippfehler verbreitete sich innerhalb weniger Minuten im Forum und wurde bald auch auf Reddit und Twitter zum Erkennungsruf der Krypto-Community.

Obwohl viele HODL heute als Backronym für "Hold On for Dear Life" (an seinem Leben festhalten) lesen, wurde diese Deutung erst im Nachhinein erfunden, um ein Wort zu erklären, das rein aus einem betrunkenen Tippfehler entstand. Die Neuinterpretation setzte sich durch, weil sie genau beschreibt, wie es sich anfühlt, einen heftigen Kurseinbruch auszusitzen, ohne zu verkaufen.

In der Praxis steht HODL dem aktiven Trading diametral gegenüber und wird oft mit Strategien wie Dollar-Cost-Averaging kombiniert, um über die Zeit eine Position aufzubauen. Anleger, die während eines Kursrückgangs doch verkaufen, werden spöttisch als weak hands bezeichnet, während langfristige Halter für ihre Überzeugung gelobt werden. Die Strategie birgt reale Risiken: Sie setzt voraus, dass das zugrunde liegende Projekt überlebt, und bietet keinen Schutz vor dauerhaftem Verlust, verlorenen Private Keys oder einer Coin, die sich nie mehr erholt.

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