In den Finanzmärkten ist ein Double Bottom ein klassisches bullishes Umkehrmuster, das in der technischen Analyse verwendet wird. Es signalisiert eine mögliche Trendwende nach einem Abwärtstrend. Dieses Muster entsteht, wenn der Kurs eines Assets ein Tief erreicht, sich erholt, dann erneut auf ein ähnliches Tief fällt und anschließend stark ansteigt. Die Form in der Chartdarstellung ähnelt dem Buchstaben „W“.

Trader achten auf dieses Muster, da es darauf hindeutet, dass der Verkaufsdruck nachlässt. Wenn der Kurs nicht unter das erste Tief fällt, deutet das auf eine starke Unterstützung hin. Das Muster gilt als bestätigt, sobald der Kurs über das Zwischenhoch zwischen den beiden Tiefpunkten – auch „Neckline“ genannt – ausbricht.
Struktur eines Double-Bottom-Musters
Das Double Bottom Muster entwickelt sich in drei Phasen. Zunächst fällt der Kurs und findet ein starkes Unterstützungsniveau, wodurch das erste Tief entsteht. Anschließend erfolgt eine Erholung bis zu einem temporären Hoch, der sogenannten Neckline. Danach sinkt der Kurs erneut auf etwa das gleiche Niveau wie beim ersten Tief und prallt ein zweites Mal ab.
Dieser zweite Abprall ist entscheidend. Steigt der Kurs von diesem Tief aus und durchbricht die Neckline, gilt das Double Bottom als vollständig. Die Bestätigung dieses Ausbruchs ist ein wichtiges Kaufsignal für Trader.

Wichtige Erkennungsmerkmale
Um ein Double Bottom korrekt zu erkennen, sollten bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Die beiden Tiefs sollten einen ähnlichen Wert aufweisen, idealerweise liegen sie innerhalb von 3 % bis 4 % voneinander. Der Zeitraum zwischen den beiden Tiefpunkten sollte ausreichend groß sein, damit sich das Muster natürlich entwickeln kann – oft über Tage oder Wochen. Ein schneller Verlauf spricht eher für ein Fehlsignal.
Auch das Handelsvolumen spielt eine wichtige Rolle. Trader erwarten ein erhöhtes Volumen beim zweiten Abprall und vor allem beim Ausbruch über die Neckline. Dies zeigt starke Kaufinteressen und verstärkt das Signal.
Wie handelt man ein Double Bottom?
Ein Double Bottom bietet Tradern eine klare Methode für den Einstieg und das Management von Positionen. Viele warten, bis der Kurs über der Neckline schließt, bevor sie eine Position eröffnen. Das minimiert das Risiko, auf ein Fehlsignal zu handeln.
Ein Stop-Loss wird üblicherweise knapp unter dem zweiten Tief gesetzt, um potenzielle Verluste zu begrenzen. Das Kursziel wird berechnet, indem die Distanz vom tiefsten Punkt des Musters bis zur Neckline gemessen und oberhalb der Neckline aufgeschlagen wird.
Beispiel:
- Erstes Tief = $90
- Neckline = $100
- Ziel = $110
So können Trader Ausstiege planen und potenzielle Gewinne abschätzen.
Handelsstrategien
Trader können das Double Bottom mit verschiedenen Strategien angehen, je nach Risikobereitschaft.
- Aggressiver Ansatz: Einstieg am zweiten Tief vor dem Ausbruch für frühe Gewinne, aber höheres Risiko.
- Konservativer Ansatz: Warten auf einen bestätigten Ausbruch über die Neckline, was einen sichereren, aber eventuell langsameren Einstieg ermöglicht.
In beiden Fällen ist ein professionelles Risikomanagement unerlässlich.
Double Bottom vs. Double Top
Das Double Bottom ist das Gegenstück zum Double Top, das nach einem Aufwärtstrend entsteht und eine bärische Umkehr signalisiert. Während das Double Bottom zeigt, dass ein Asset wahrscheinlich eine starke Unterstützung gefunden hat und steigen könnte, warnt das Double Top vor starker Widerstandskraft und einer möglichen Abwärtsbewegung.
Trader nutzen beide Muster, um Wendepunkte am Markt zu identifizieren und ihre Positionen entsprechend anzupassen.

Bestätigung des Musters
Trader nutzen häufig technische Tools, um das Muster zu bestätigen. Gleitende Durchschnitte helfen, einen neuen Aufwärtstrend zu erkennen, wenn der kurzfristige Durchschnitt den langfristigen nach oben kreuzt. Dies wird als „goldenes Kreuz“ bezeichnet und unterstreicht das bullishe Signal.
Momentum-Indikatoren wie der RSI (Relative Strength Index) können weiteres Vertrauen schaffen. Ein RSI-Wert über 50 beim Ausbruch deutet auf zunehmende Kaufdynamik hin. Die Volumenbestätigung bleibt jedoch entscheidend, insbesondere während des Ausbruchs.
Wichtige Überlegungen
Obwohl das Double-Bottom-Muster weit verbreitet ist, ist es nicht unfehlbar. Trader sollten auf Fehlausbrüche achten, besonders in volatilen Märkten. Ein Ausbruch, der nicht über der Neckline bleibt, kann zu Verlusten führen, wenn keine Stop-Loss-Levels verwendet werden.
Das Muster ist am effektivsten auf längeren Zeitrahmen wie Tages- oder Wochencharts. Kürzere Zeitfenster können ähnliche Muster zeigen, die weniger zuverlässig sind.
Bullishe Trendumkehr
Das Double Bottom ist ein angesehenes Chartmuster in der technischen Analyse. Es entsteht nach einem anhaltenden Abwärtstrend und zeigt an, dass ein Asset ein starkes Unterstützungsniveau erreicht hat. Steigt der Kurs zweimal von diesem Level ab und durchbricht die Neckline nach oben, signalisiert dies eine mögliche Trendwende nach oben.
Trader, die wissen, wie sie ein Double Bottom erkennen, bestätigen und handeln, können es nutzen, um Positionen mit günstigem Chancen-Risiko-Verhältnis einzugehen. Obwohl der Erfolg nicht garantiert ist, funktioniert das Muster am zuverlässigsten in Kombination mit Volumenanalyse und unterstützenden Indikatoren. Wie bei allen Strategien gilt: Klare Risikomanagementregeln und konsequente Ausführung sind entscheidend.
