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Was ist TA (Technische Analyse)?

Stylised candlestick chart with overlaid moving average and Bollinger band envelope, illustrating technical analysis

Wichtigste Punkte

  • Die technische Analyse untersucht den Kursverlauf eines Assets, um dessen zukünftige Richtung vorherzusagen, ohne die fundamentalen Grundlagen einzubeziehen.
  • Die zwei Hauptrichtungen sind Price Action (Chartmuster) und Indikatoren (Berechnungen wie MACD, RSI und Moving Averages).
  • Kein Indikator liegt für sich allein immer richtig; Trader kombinieren Signale mit striktem Risikomanagement und einer Stop-Loss-Order, um Verluste zu begrenzen.

In diesem Artikel

Einleitung

TA ist die Abkürzung für Technische Analyse. Die technische Analyse konzentriert sich vollständig auf die Kursentwicklung eines Assets. Bei einer TA werden die fundamentalen Grundlagen des Assets (Aktien, Kryptowährungen, Optionen und so weiter) nicht berücksichtigt, sondern ausschließlich der historische Kurs.

Im Laufe der Jahre wurden zahlreiche Strategien und Indikatoren entwickelt, um die Kursentwicklung eines Assets vorherzusagen. Es gibt zwei verschiedene Arten der technischen Analyse:

  • Price Action
  • Trading-Indikatoren

Price Action konzentriert sich auf die Kursbewegung selbst. Indem Trader Muster im Kursverlauf erkennen, treffen sie Vorhersagen über die mögliche Richtung des Kurses.

Trading-Indikatoren entstehen durch Berechnungen auf Basis des historischen Kurses, oft um Rauschen zu glätten oder um überkaufte und überverkaufte Situationen sichtbar zu machen.

Häufig genutzte Indikatoren

Moving Average Convergence Divergence (MACD)

MACD steht für Moving Average Convergence Divergence und ist ein Werkzeug, mit dem Trader den Trend eines Kurses bestimmen. Der Indikator besteht aus drei Teilen. Ein 26-Tage-Exponential-Moving-Average (EMA) wird von einem 12-Tage-EMA abgezogen. Diese Berechnung ergibt die MACD-Linie. Der dritte Teil ist ein 9-Tage-EMA der MACD-Linie, die sogenannte Signallinie. Eine häufig genutzte Strategie: Sobald die Signallinie die MACD-Linie von unten nach oben durchbricht, wird eine Kauforder platziert. Sobald die Signallinie die MACD-Linie von oben nach unten durchbricht, folgt eine Short-Order.

MACD-Indikator

Bollinger Bands

Bollinger Bands bestehen aus einem Simple Moving Average (SMA) mit zwei Standardabweichungen, die um ihn herum eingezeichnet werden. Eine Standardabweichung liegt oberhalb des SMA und die andere unterhalb. Bollinger Bands werden sowohl von professionellen Investoren als auch von Einsteigern häufig genutzt und eignen sich für Trendfolge- wie auch für Range-Trading-Strategien.

Bollinger Bands

Stochastic Oscillator

Der Stochastic Oscillator wurde Ende der 1950er Jahre von George Lane entwickelt. Mit dem Stochastic Oscillator lassen sich bullische oder bärische Divergenzen erkennen, und er zeigt auf einen Blick, ob ein Asset überkauft oder überverkauft ist.

Der Stochastic Oscillator besteht aus zwei Linien. Die Hauptlinie heißt %K-Linie, die zweite ist die %D-Linie. Die %D-Linie ist ein gleitender Durchschnitt der %K-Linie über drei Perioden. Beide Linien bewegen sich immer zwischen 0 und 100. Steigen sie über die Grenze von 80, ist das Asset überkauft. Fallen sie unter die Grenze von 20, ist es überverkauft.

In der Abbildung unten ist die blaue Linie die %K-Linie und die orangefarbene Linie die %D-Linie.

Stochastic Oscillator

Relative Strength Index (RSI)

Mit dem Relative Strength Index erkennen Trader schnell, ob ein Asset überkauft oder überverkauft ist, ähnlich wie beim Stochastic Oscillator. Der RSI misst die Geschwindigkeit und Richtung einer Kursbewegung. Liegt die Linie über 70, befindet sich der Markt in einer überkauften Situation. Liegt sie unter 30, ist er überverkauft. Manche Trader nutzen stattdessen 80 und 20 als obere und untere Grenze.

Relative Strength Index

Simple Moving Average (SMA)

Der Simple Moving Average ist der einfachste Indikator in dieser Liste. Ein SMA ist eine Linie, die sich aus den letzten Schlusskursen geteilt durch die Anzahl der Perioden ergibt. Er zeigt also den Durchschnittspreis über einen gewählten Zeitraum. Je kürzer die Periode, desto schneller reagiert der SMA auf Kursveränderungen, allerdings ist das Signal dann auch verrauschter. Für mehr Kontext zu verwandten Indikatoren findest du unsere Erklärung zum Moving Average.

Simple Moving Average

Gängige Strategien

SMA (Simple Moving Average) Crossover

Für die SMA-Crossover-Strategie brauchst du drei verschiedene SMAs. Einen kurzen SMA (zum Beispiel 9), einen mittleren SMA (60) und einen langen SMA (100). Sobald der kurze und der mittlere SMA den langen SMA von unten nach oben kreuzen, entsteht ein Kaufsignal. Geschieht das Gegenteil und kreuzen der kurze und der mittlere SMA den langen SMA von oben nach unten, folgt ein Verkaufssignal.

In der Abbildung unten markieren die grünen Kreise Momente, um long zu gehen, und der rote Kreis einen Moment, um short zu gehen.

SMA-Crossover

Hätten wir diese Strategie hier angewendet, hätten wir mit den Long-Trades Gewinn und mit dem Short-Trade Verlust gemacht.

Wie bei jeder Strategie weißt du nie sicher, in welche Richtung der Kurs läuft. Deshalb ist es wichtig, immer eine Stop-Loss-Order zu setzen. Bei dieser Strategie setzt du den Stop-Loss bei einer Long-Position knapp unter den längsten SMA (100). Bei einer Short-Position setzt du den Stop-Loss knapp über den längsten SMA.

Double Bottom oder Double Top Strategie

Die Double-Bottom-Strategie ist eine Price-Action-Strategie und stützt sich daher nicht auf Indikatoren, sondern nur auf den Kurs eines Assets.

Die Double-Bottom-Strategie kann auf ein Asset angewendet werden, das sich in einem Abwärtstrend befindet. Du wartest, bis der Kurs eine Gegenbewegung macht und anschließend wieder fällt. Wenn der Kurs nicht weiter fällt als das zuvor gebildete Tief, kann das ein Signal dafür sein, dass sich ein Double Bottom bildet.

Siehe die Abbildung unten als Beispiel:

Double-Bottom-Signal

Wird das Tief zum zweiten Mal erreicht, nimmst du noch keine Position ein. Stattdessen wartest du, bis der Kurs den Nacken (die obere blaue Linie) durchbricht. Das kannst du tun, indem du einen Alert setzt oder eine Buy-Stop-Order platzierst, sofern deine Trading-Software das unterstützt.

Der Einstieg long erfolgt am grünen Pfeil:

Double-Bottom-Einstieg

Diese Strategie funktioniert auch in einem Aufwärtstrend. Der Aufbau ist dann genau spiegelverkehrt: Ein Double Top deutet auf eine mögliche Umkehr nach unten hin.

Der Bollinger Bounce

Der Bollinger Bounce ist eine echte Range-Trading-Technik. Märkte bewegen sich die meiste Zeit zwischen bestimmten Preisniveaus, auch Support und Widerstand genannt. Als Trader kannst du das nutzen, indem du long gehst, wenn ein Support-Niveau erreicht wird, und short, wenn ein Widerstands-Niveau erreicht wird. Diese Niveaus berechnest du, indem du eine horizontale Linie auf Höhe des letzten Hochs und Tiefs ziehst, oder indem du die Bollinger Bands selbst verwendest. Die Bänder bilden dynamische Support- und Widerstandszonen.

Die Technik ist einfach: Sobald der Kurs das obere Band berührt, öffnest du eine Short-Position. Sobald er das untere Band berührt, öffnest du eine Long-Position. Setze den Stop-Loss auf 50% der Bandbreite. Bei einem Risiko von 1 Euro kannst du dann etwa 2 Euro pro profitablem Trade verdienen, vorausgesetzt der Kurs bleibt in seiner Range.

In der Abbildung unten markieren die grünen Pfeile Momente, um long zu gehen, und die roten Pfeile Momente, um short zu gehen.

Bollinger Bounce

Wenn du genau hinsiehst, berührt der Kurs die Ränder häufiger, als wir tatsächlich eine Position eingegangen sind. Das liegt daran, dass der Kurs erst die mittlere Linie durchbrochen haben muss, bevor du eine zweite Short- oder Long-Position eingehst. Hältst du dich nicht an diese Regel, erhältst du viele Fehlsignale und kannst erhebliche Verluste machen, sobald der Kurs in einen Trend nach oben oder unten übergeht. Du kannst diese Regel sogar verschärfen, indem du nie zwei identische Positionen gleichzeitig offenhältst.

Breakout-Strategie

Die Breakout-Strategie ist wie die Double-Bottom-Strategie ein typisches Price-Action-Setup. Du suchst nach einem Preisniveau, an dem der Markt Schwierigkeiten hat, durchzubrechen. Sobald dieses Niveau gebrochen wird, gehst du long oder short, je nachdem, in welche Richtung sich der Kurs bewegt. Setze den Stop-Loss bei einer Long-Position knapp unter das Widerstands-Niveau. Bei einer Short-Position setzt du den Stop-Loss knapp über das Support-Niveau.

Breakout-Strategie

Wie du in der Abbildung oben sehen kannst, prallt der Kurs dreimal an der blauen Linie ab. Das ist ein Zeichen dafür, dass dort ein Support-Niveau liegt. Sobald der Kurs durchbricht, fällt er noch schneller weiter.

Wenn der Kurs ein Support-Niveau durchbricht, kann die Bewegung an Tempo gewinnen. Stop-Losses von Tradern in Long-Positionen werden ausgelöst, wodurch deren Positionen automatisch verkauft werden. Das erzeugt zusätzlichen Abwärtsdruck. Das Gegenteil passiert, wenn der Kurs ein Widerstands-Niveau durchbricht: Short-Verkäufer müssen ihre geliehenen Stücke zurückkaufen, was Aufwärtsdruck erzeugt.

Grenzen der technischen Analyse

Die technische Analyse ist ein nützlicher Rahmen, aber keine Glaskugel. Ein paar Dinge, die du im Hinterkopf behalten solltest:

  • Signale versagen. Jeder Indikator erzeugt Fehlsignale, vor allem in unruhigen oder wenig liquiden Märkten. Kein Setup gewinnt jedes Mal.
  • Nachrichten schlagen den Chart. Eine überraschende regulatorische Schlagzeile, ein Exchange-Ausfall oder eine große Liquidation kann jedes technische Muster sofort brechen.
  • Zeitrahmen sind entscheidend. Ein bullisches Signal im 15-Minuten-Chart kann innerhalb eines bärischen Trends im Tageschart liegen. Prüfe vor jeder Entscheidung den höheren Zeitrahmen.
  • Backtests sind keine Versprechen. Eine Strategie, die in den letzten zwei Jahren funktioniert hat, kann aufhören zu funktionieren, sobald sich die Marktbedingungen ändern.

Trader, die am meisten aus der TA herausholen, kombinieren sie mit diszipliniertem Risikomanagement: ein festes Risiko pro Trade, ein vorab festgelegter Stop-Loss und ein Exit-Plan für Gewinner wie auch für Verlierer.

Wo handeln

Sobald du eine Strategie hast, die du ausprobieren möchtest, ist der nächste Schritt die Wahl einer Handelsplattform. Wähle eine Börse, die zu deinen Anforderungen passt, was verfügbare Paare, Gebühren, Charting-Tools und Jurisdiktion betrifft. Lies unabhängige Reviews und prüfe, ob die Börse fortgeschrittene Ordertypen wie Stop-Limit oder Trailing-Stop unterstützt, da diese für die oben beschriebenen Strategien unverzichtbar sind. Sieh dir unsere vollständige Liste von Krypto-Börsen an, um Optionen direkt zu vergleichen.

TL;DR

Die Technische Analyse (TA) sagt Kursbewegungen anhand der Historie voraus. Lerne die wichtigsten Indikatoren und Handelsstrategien kennen.

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