Bei einer Blockchain ist ein Algorithmus die konkrete Menge mathematischer Regeln, denen ein Netzwerk folgt, um Transaktionen zu validieren, neue Blocks zu erzeugen und dafür zu sorgen, dass jeder Node dieselbe Version des Ledgers besitzt, ganz ohne zentrale Instanz. Statt einer universellen Formel wählt jede Chain einen Algorithmus, der zu ihren eigenen Zielen bei Sicherheit, Geschwindigkeit und Dezentralisierung passt.
Die bekannteste Kategorie ist der Hashing-Algorithmus, der beim Proof of Work-Mining zum Einsatz kommt. Bitcoin setzt auf SHA-256, eine kryptografische Funktion, bei der Miner wieder und wieder Zahlen testen, bis eine davon einen Hash unterhalb eines Zielwerts erzeugt, ein Wettlauf, der den Aufstieg spezialisierter ASIC-Miner befeuert hat. Litecoin und Dogecoin nutzen stattdessen Scrypt, das speicherintensiver und schwerer mit Custom-Chips zu dominieren sein soll, während Ethereum auf Ethash lief, das gezielt gegen ASICs entwickelt wurde, bevor das Netzwerk eine völlig andere Richtung einschlug.
Algorithmen sind nicht auf Mining beschränkt. Seit dem Merge 2022 sichert Ethereum seine Chain mit einem Proof-of-Stake-Algorithmus namens Gasper, der eine Fork-Choice-Regel (LMD-GHOST) mit einem Finality-Mechanismus (Casper-FFG) kombiniert, sodass Validatoren statt Minern Blocks vorschlagen und bestätigen, indem sie ETH staken. Andere Netzwerke setzen auf eigene Varianten von Proof of Stake, delegierte Abstimmungsmodelle oder byzantinisch fehlertolerante Modelle, die zu kleineren Validator-Gruppen passen.
Die Wahl eines Algorithmus bringt echte Kompromisse mit sich: Energieverbrauch, Widerstandsfähigkeit gegen Zentralisierung durch spezialisierte Hardware, Transaktionsdurchsatz und wie leicht das Netzwerk angreifbar ist. Der Algorithmus eines Projekts ist eines der klarsten Signale seiner zugrunde liegenden Sicherheitsphilosophie.