Ein ASIC-Miner ist ein Hardware-Chip, der werksseitig für genau eine Aufgabe gefertigt wurde: die Berechnung der Hashfunktion, die eine bestimmte Blockchain für ihren Konsensalgorithmus verwendet. Anders als eine CPU oder GPU, die beliebige Software ausführen kann, ist die Schaltung des Chips fest so verdrahtet, dass sie nichts anderes kann, wodurch sie bei genau dieser Aufgabe die Leistung von Allzweckhardware um Größenordnungen übertrifft.
Hersteller geben die Effizienz dieser Geräte in Joule pro Terahash (J/TH) an, einem Maß für den Energieverbrauch je Recheneinheit. Niedriger ist besser: Spitzenmodelle von Herstellern wie Bitmain liegen mittlerweile unter 10 J/TH, verglichen mit dem Zehntausendfachen an Energie pro Hash auf einem gewöhnlichen Computer. Dieser Effizienzunterschied ist der Grund, warum das Mining von Bitcoin wenige Jahre nach den ersten Auslieferungen 2013 fast vollständig zu spezialisierten ASIC-Farmen wechselte, und warum Solo-Mining mit einem normalen Computer dafür längst nicht mehr rentabel ist.
Diese Konzentration der Rechenleistung bei wenigen Herstellern und großen Betreibern ist auch der Hauptkritikpunkt am ASIC-Mining: Sie erhöht die Kapitalhürde für die Teilnahme an der Absicherung von Proof of Work und kann den Einfluss auf eine Chain zentralisieren. Manche Projekte reagieren darauf, indem sie speicherintensive Hash-Algorithmen entwerfen, etwa Moneros RandomX oder Ethereums früheres Ethash, die bewusst ASIC-resistent bleiben sollen. Die Geschichte zeigt, dass dieser Widerstand selten dauerhaft hält, da spezialisierte Chips irgendwann aufholen, sobald ein Coin wertvoll genug wird, um den Entwicklungsaufwand zu rechtfertigen.