Ashdraked beschreibt ein bestimmtes und schwerwiegendes Ergebnis im Krypto-Handel: den vollständigen Verlust eines Trading-Kontos, weil eine Short-Position auf Bitcoin trotz steigendem Kurs stur gehalten wird. Es geht dabei nicht um einen schlechten Monat oder einen teilweisen Drawdown, sondern darum, dass die Margin des Traders komplett ausgelöscht wird, meist durch eine Kette erzwungener Liquidationen, während sich die Verlustwette aufschaukelt.
Der Begriff geht auf einen pseudonymen rumänischen Bitcoin-Trader zurück, der etwa 2014-2016 unter dem Twitter-Handle Lord Ashdrake aktiv war. Er war ein lautstarker Bitcoin-Skeptiker, der sich eine Anhängerschaft aufbaute, indem er wiederholt gegen die Kryptowährung shortete und andere dazu aufrief, es ihm gleichzutun, eine Strategie, die funktionierte, solange Bitcoin seitwärts um die $300 handelte. Als Bitcoin stattdessen ausbrach und in Richtung $500 und darüber hinaus kletterte, hielt er die Shortposition offen statt sie zu schließen, und die Rally liquidierte schließlich seinen gesamten Einsatz. Die Episode wurde zu einer der meistzitierten Warngeschichten im Krypto-Handel.
Heute wird "Ashdraked" enger gefasst als das allgemeinere REKT: Es bezeichnet gezielt einen Totalverlust durch übermütiges Shorten in einem steigenden Markt, nicht jeden großen Verlust. Der Begriff wird vor allem bei Short Squeezes verwendet, wenn Bitcoin ein neues Hoch erreicht und Trader mit gehebelten Shortpositionen massenhaft aus dem Markt gedrängt werden. Anders als ein Bag Holder, der auf einem wertlosen Asset sitzen bleibt, hat jemand, der ashdraked wird, meist gar nichts mehr übrig, die Sicherheiten wurden bereits von der Exchange liquidiert, bevor er aussteigen konnte.