Ein ASIC-resistenter Algorithmus ist so konzipiert, dass gewöhnliche Computerhardware, vor allem CPUs und GPUs, weitgehend gleichberechtigt mit speziell gefertigten Chips konkurrieren kann. Dies gelingt, indem stark auf Speicherbandbreite und -kapazität statt auf reine Rechenleistung gesetzt wird, da Allzweckprozessoren bereits schnellen Speicherzugriff bieten, während spezielle Chips daraus kaum zusätzlichen Nutzen ziehen.
Ziel ist es, die Einstiegshürde für die Teilnahme am Mining zu senken. Wenn ein Netzwerk mit einem Laptop, einer Gaming-Rig oder überschüssiger Rechenzentrumshardware profitabel geschürft werden kann, bleibt die Blockproduktion auf viele unabhängige Teilnehmer verteilt, statt sich bei denen zu konzentrieren, die sich industrielle ASIC-Flotten leisten können. Diese breitere Beteiligung gilt als Schutz vor 51%-Angriffen und vor einer Handvoll Hersteller oder Mining-Farmen, die den Netzwerkkonsens kontrollieren.
Moneros RandomX, eingeführt 2019, ist das bekannteste Beispiel: Es führt zufällige Codepfade aus und benötigt große Mengen an CPU-Cache, wodurch sich dedizierte Chips wirtschaftlich kaum lohnen. Ethereums Ethash erfüllte eine ähnliche, GPU-freundliche Rolle, bis das Netzwerk 2022 Proof of Work zugunsten von Proof of Stake aufgab. Litecoins Scrypt wurde mit derselben Absicht entworfen, unterlag jedoch innerhalb weniger Jahre effizienten ASICs.
Die Geschichte zeigt, dass ASIC-Resistenz selten von Dauer ist. Hersteller entwickeln irgendwann effiziente Designs für nahezu jeden Algorithmus per Reverse Engineering, wie Bitmain 2024 mit einem ASIC bewies, der selbst bei RandomX leistungsfähiger war als High-End-CPUs. Deshalb passen manche Projekte ihren Algorithmus periodisch an, gezielt um die Kompatibilität mit bestehenden ASICs zu brechen, und tauschen so langfristige Stabilität gegen erneuerten kurzfristigen Widerstand.