Ein Candlestick-Chart baut auf dieser einfachen Open-High-Low-Close-Momentaufnahme auf, indem Hunderte oder Tausende dieser Candles nebeneinander gereiht werden, wodurch rohe Kursdaten zu einem visuellen Protokoll des Ringens zwischen Käufern und Verkäufern über die Zeit werden. Die Farbe jeder Kerze (meist grün oder weiß, wenn der Schlusskurs über dem Eröffnungskurs liegt, rot oder schwarz, wenn er darunter liegt) zeigt die Richtung auf einen Blick, während die dünnen Linien über und unter dem Körper, Dochte oder Schatten genannt, zeigen, wie weit der Kurs vor der endgültigen Notierung von Eröffnungs- und Schlusskurs abgewichen ist.
Das Format entstand im Japan des achtzehnten Jahrhunderts, wo der Reishändler Munehisa Homma Preise an der Dojima-Reisbörse in Osaka verfolgte und seine Methoden später in einer Abhandlung über Marktpsychologie festhielt. Steve Nison brachte die Technik 1991 mit seinem Buch über japanisches Candlestick-Charting westlichen Händlern näher, und seither ist sie der Standard-Chart-Typ auf nahezu jeder Krypto-Börse und Handelsplattform.
Trader lesen wiederkehrende Kerzenformationen wie den Doji, den Hammer oder das Engulfing-Muster als Hinweise auf nachlassendes Momentum oder eine bevorstehende Trendwende, auch wenn eine einzelne Kerze selten allein einen Trade rechtfertigt. Da Bitcoin und andere Kryptowährungen durchgehend und mit hoher Volatilität gehandelt werden, werden Candlestick-Signale meist mit Volumen, gleitenden Durchschnitten oder anderen technischen Analyse-Werkzeugen kombiniert, statt isoliert verwendet zu werden.