Ein Digital Asset umfasst eine breite Kategorie von Werten, die ausschließlich in elektronischer Form existieren und über ein Computernetzwerk verifiziert und übertragen werden, statt über ein physisches Zertifikat oder eine Münze. Über Kryptowährungen hinaus reicht der Begriff weiter: Er erfasst alles, dessen Eigentumsnachweis in einer Datenbank oder einem Ledger geführt wird, wobei blockchain-basierte Assets die bekannteste moderne Untergruppe bilden.
In der Praxis unterteilen Regulierungsbehörden und die Branche Digital Assets in mehrere sich überschneidende Kategorien: native Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether, die als Wertspeicher oder Tauschmittel dienen; Token, die auf einer bestehenden Chain aufbauen und Nutzungsrechte, Stimmrechte oder einen Anspruch auf ein Projekt darstellen können; Stablecoins, die an eine Fiatwährung gekoppelt sind; sowie Non-Fungible Token, die das Eigentum an einem einzigartigen Gegenstand, digital oder physisch, bestätigen. Eine wachsende Kategorie sind tokenisierte reale Vermögenswerte (Real-World Assets): Immobilien, Anleihen oder Fondsanteile, die als blockchain-basierter Anspruch statt als Papiertitel ausgegeben werden.
Diese Einordnung ist wichtig, weil sie die rechtliche Behandlung bestimmt. US-Steuerbehörden behandeln Digital Assets als Eigentum (property), sodass Gewinne und Verluste wie bei jedem anderen Vermögenswert berechnet werden, während Wertpapieraufsichtsbehörden separat entscheiden, ob ein bestimmter Token sich wie ein Wertpapier verhält und damit registrierungspflichtig ist. Der europäische MiCA-Rahmen definiert dagegen eigene Kategorien für Stablecoins und andere Krypto-Assets und klammert tokenisierte Wertpapiere bewusst aus: Diese bleiben unter dem bestehenden Finanzrecht.
Custody ist ein zentrales Risiko: Anders als bei einem Bankguthaben wird das Eigentum an einem Digital Asset in der Regel über kryptografische Keys durchgesetzt, sodass ihr Verlust den Verlust des Assets bedeutet, ohne Wiederherstellungsmöglichkeit.