Ether (ETH) ist mehr als nur eine an Börsen gehandelte Kryptowährung: Es ist der Treibstoff, der jede Berechnung, Übertragung und Smart-Contract-Ausführung im Ethereum-Netzwerk antreibt. Wer mit der Blockchain interagiert, sei es beim Senden einer Zahlung, beim Minten eines NFTs oder beim Aufruf einer dezentralen Anwendung, bezahlt für diese Berechnung in ETH, gemessen in Gas.
Seit dem Merge im September 2022 läuft Ethereum mit Proof of Stake statt mit energieintensivem Mining. Validatoren sperren ETH, etwa 30 % der rund 121 Millionen im Umlauf befindlichen ETH, um im Gegenzug Blöcke vorschlagen und bestätigen zu dürfen und dafür neu ausgegebene ETH als Belohnung zu erhalten. Dies ersetzte das alte Miner-Belohnungsmodell und senkte die Neuausgabe von ETH quasi über Nacht um rund 90 %.
Ein separater Mechanismus, EIP-1559, verbrennt dauerhaft den Basisgebühr-Anteil jeder Transaktion, anstatt ihn an Validatoren auszuzahlen. In Phasen hoher Nachfrage kann die Verbrennung schneller sein als die Neuausgabe, wodurch die Gesamtmenge an ETH schrumpft, ein Effekt, der als "ultrasound money" bekannt wurde. Seit das Dencun-Upgrade 2024 viel Layer-2-Aktivität von der Mainnet verlagerte, sind die durchschnittlichen Gasgebühren und Verbrennungsraten gesunken, wodurch die ETH-Versorgung derzeit leicht inflationär statt deflationär ist. Anders als Bitcoin hat ETH keine maximale Obergrenze der Versorgung, sodass die langfristige Knappheit von der fortlaufenden Netzwerknutzung und den Protokollregeln abhängt und nicht von einer festen Grenze.