Fanboy beschreibt jemanden, dessen Begeisterung für einen Coin, ein Projekt oder eine Blockchain von echtem Interesse in bedingungslose Loyalität umschlägt. Anstatt die Stärken und Schwächen eines Projekts objektiv abzuwägen, verteidigt ein Fanboy es gegen jede Kritik, betrachtet jeden Kursrückgang als offensichtliche Kaufgelegenheit und wiederholt die Marketingaussagen eines Projekts, als wären sie feststehende Tatsachen.
Der Begriff taucht am häufigsten in projektspezifischen Telegram- und Discord-Servern auf, wo ein treuer Kern von Fans als inoffizielles Marketing fungiert: Neulingsfragen beantworten, Skeptiker übertönen und den Token in sozialen Medien shillen. Manche Projekte fördern dieses Verhalten aktiv, da eine organische Fanboy-Armee günstiger und überzeugender ist als bezahlte Werbung. Bitcoins eigene Variante dieser Kultur, der "Maximalist", hat sogar einen dokumentierten Ursprung: Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin verwendete den Begriff 2014 erstmals, um Bitcoiner zu beschreiben, die jeden anderen Coin grundsätzlich ablehnten, ein Label, das die Community später annahm, statt es zurückzuweisen.
Als Fanboy bezeichnet zu werden, ist nicht immer als Beleidigung gemeint: starke Community-Überzeugung hat mehreren Projekten geholfen, Bärenmärkte zu überstehen, die weniger geliebten Konkurrenten zum Verhängnis wurden. Zum Warnsignal wird es jedoch, wenn Begeisterung Sorgfaltspflicht ersetzt, wenn Hopium Beweise ersetzt oder wenn Feindseligkeit gegenüber jeder abweichenden Meinung auf koordinierte Promotion statt unabhängige Überzeugung hindeutet.