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Faucet

Die Idee geht zurück auf Juni 2010, als der Bitcoin-Entwickler Gavin Andresen den ursprünglichen Bitcoin-Faucet startete, den er aus seinem eigenen Bestand finanzierte, und jedem, der ein Captcha löste, fünf BTC schenkte. In rund zwei Jahren verteilte er fast 19.700 BTC, bevor die Seite geschlossen wurde, weil der steigende Wert der Coin die Auszahlungen nicht mehr tragbar machte. Das dabei entstandene Modell, eine triviale Aufgabe gegen einen kleinen Coin-Tropfen einzutauschen, wurde seither branchenweit als Vorlage übernommen.

Moderne Faucets lassen sich in zwei grobe Kategorien einteilen. Reward-Faucets zahlen echte, winzige Mengen einer laufenden Kryptowährung aus, finanziert durch Werbeeinnahmen, und sind eher eine Spielerei oder ein Mikroverdienst als eine ernsthafte Einnahmequelle. Testnet-Faucets sind der bedeutendere Typ: Sie geben wertlose Test-Coins auf dem Testnet einer Blockchain aus, sodass Entwickler Gasgebühren zahlen, Smart Contracts deployen sowie Wallets und dApps debuggen können, ohne echtes Geld zu riskieren. Der Sepolia-Faucet von Ethereum, der Multichain-Faucet von Chainlink sowie diverse Rollup- und Superchain-Faucets sind 2026 weit verbreitete Beispiele.

Faucets begrenzen jede Anforderung meist über Cooldown-Timer, Limits pro Adresse oder eine "Batterie", die sich mit jeder Anfrage entlädt und sich langsam wieder auflädt, da automatisierte Bots sie sonst innerhalb weniger Minuten leerräumen würden. Anders als ein Airdrop, eine einmalige Ausschüttung gekoppelt an einen Snapshot oder eine Kampagne, ist ein Faucet ein fortlaufender, wiederholbar nutzbarer Hahn, zu dem jeder zurückkehren kann. Testnet-Token lassen sich niemals auf eine Mainnet-Wallet übertragen, und Reward-Faucets sind ein beliebtes Ziel für Werbebetrug und Phishing, weshalb Nutzer unbekannten Faucet-Seiten mit Vorsicht begegnen sollten.

Faucet Erklärvideo

What is a Faucet? | Crypto Terms Explained