Über den einfachen Wert von 0 bis 100 hinaus funktioniert der Fear and Greed Index, indem er mehrere unabhängige Signale zu einem gewichteten Tageswert zusammenfasst, sodass keine einzelne Kennzahl das Ergebnis verzerren kann. Die bekannteste Version, betrieben von Alternative.me seit 2018, verfolgt gezielt Bitcoin und kombiniert Volatilität (25%), Handelsvolumen und Momentum (25%), Social-Media-Aktivität (15%), Bitcoin Dominance (10%) und Google-Suchtrends (10%), wobei eine Umfrage-Komponente (15%) seit Längerem pausiert ist. Ein separater marktweiter Index erweitert den Blick auf die zehn größten Coins und bezieht Put/Call-Verhältnisse aus dem Optionshandel sowie Stablecoin-Angebotsdaten mit ein, um ein marktweites statt ein reines Bitcoin-Bild zu liefern.
Jeder Wert erhält ein Label: Extreme Fear (0-24), Fear (25-44), Neutral (45-55), Greed (56-75) oder Extreme Greed (76-100). Trader achten eher auf die Extremwerte als auf die täglichen Schwankungen, denn anhaltende Extreme Fear fiel historisch häufig mit lokalen Kurstiefs zusammen, während Phasen von Extreme Greed oft scharfen Korrekturen vorausgingen; in früheren Zyklen häuften sich Werte in den hohen Achtzigern und Neunzigern nahe Markthochs und einstellige Werte nahe großen Tiefs.
Der Index ist eine Momentaufnahme der Marktstimmung, kein eigenständiges Handelssignal. Er sagt nichts über Fundamentaldaten aus, und die Stimmung kann wochenlang irrational extrem bleiben. Die meisten Trader kombinieren ihn mit Volatility-Daten, On-Chain-Kennzahlen oder Preisverlauf, bevor sie danach handeln.