Der Begriff stammt aus altmodischen Betrugsmaschen, bei denen ein "Shill" ein eingeschleuster Komplize war, der einen begeisterten Kunden vortäuschte, um andere anzulocken. Im Kryptobereich deckt Shilling ein ganzes Spektrum ab: Am einen Ende steht ein aufrichtiger Holder, der von einem Projekt schwärmt, an das er glaubt, am anderen Ende ein bezahlter Promoter, der ein finanzielles Interesse verschweigt. Was gewöhnliche Begeisterung von Shilling unterscheidet, ist meist das Fehlen einer Offenlegung sowie die Einseitigkeit der Botschaft, die selten Risiken, konkurrierende Projekte oder den eigenen Ausstiegsplan des Promoters erwähnt.
Shilling spielt sich typischerweise auf sozialen Plattformen wie X, YouTube, Telegram und Discord ab, wo Influencer übertriebene Kursprognosen, nicht verifizierbare Behauptungen oder "garantierte" Renditen posten. Manche Shills sind einfach Bag Holder, die einen Token, den sie bereits besitzen, hochjubeln, damit die Nachfrage den Preis hoch genug treibt, um zu verkaufen; wird dies koordiniert in großem Stil betrieben, überschneidet es sich mit einem Pump and Dump-Schema. Andere werden direkt aus dem Marketingbudget eines Projekts bezahlt, teils über nicht offengelegte Zahlungen. Aufsichtsbehörden haben reagiert: Die US-Börsenaufsicht SEC hat Prominente, darunter Kim Kardashian im Jahr 2022, mit Bußgeldern belegt, weil sie Krypto-Assets bewarben, ohne offenzulegen, dass sie dafür bezahlt wurden.
Warnsignale sind unter anderem vage oder fehlende technische Details, auf Dringlichkeit ausgelegte Sprache, die Kaufentscheidungen erzwingen soll, sowie Accounts, die ausschließlich bullische Inhalte zu einer einzigen Münze posten. Da Shilling sozialen Beweis ausnutzt und unrealistische Erwartungen verstärken kann, ist es ein wichtiger Treiber impulsiver Käufe und ein häufiger Begleiter spekulativer Blasen.