Joy of Missing Out (JOMO) ist eine Trading-Mentalität, die auf Erleichterung statt auf emotionaler Reaktion beruht. Während Fear of Missing Out (FOMO) Trader aus Angst dazu treibt, einer Rallye hinterherzujagen, beschreibt JOMO die stille Zufriedenheit derjenigen, die am Spielfeldrand geblieben sind, als genau diese Rallye später zusammenbrach. Der Begriff selbst stammt nicht aus der Krypto-Welt: Der Autor Anil Dash prägte "JOMO" 2012 in einem Blogbeitrag über das bewusste Abschalten von ständigem digitalen Rauschen, und Krypto-Communities übernahmen den Begriff später, um diszipliniertes, nicht von FOMO getriebenes Trading zu beschreiben.
In der Praxis taucht JOMO nach spekulativen Höchstständen auf. Bitcoins Anstieg auf fast 70.000 Dollar mit anschließendem Rückfall auf rund 20.000 Dollar, oder der frühere Einbruch von etwa 20.000 Dollar im Dezember 2017 auf rund 3.000 Dollar ein Jahr später, sind häufig zitierte Momente: Trader, die den Höchststand nicht mitgekauft haben, oder die einen gehypten Altcoin oder Meme-Coin komplett gemieden haben, fühlen sich im Nachhinein bestätigt, statt es zu bereuen.
Bei JOMO geht es weniger darum, Crashs vorherzusagen, als darum, Herdenverhalten und angstgetriebenen Entscheidungen zu widerstehen. Trader, die sich darauf stützen, tun in der Regel Folgendes:
- Sie überspringen Trades, die rein durch Social-Media-Hype oder die Angst, hinter anderen zurückzubleiben, ausgelöst werden.
- Sie halten an einem vorab festgelegten Rechercheprozess oder Risikolimit fest, statt auf Preisbewegungen zu reagieren.
- Sie betrachten das Halten von Cash, oder das einfache Weiter-HODLn einer bestehenden Position, als gültige Strategie statt als Untätigkeit.
Das Risiko besteht in einer Überkorrektur: JOMO kann in gewohnheitsmäßige Risikoscheu umschlagen, wodurch ein Trader auch wirklich gute Chancen verpasst, nicht nur die riskanten. Richtig eingesetzt wirkt es als psychologisches Gegengewicht zu FOMO, nicht als Freibrief, den Markt zu ignorieren.