Das OriginTrail Decentralized Network (ODN) ist die operative Schicht des OriginTrail-Protokolls, eines Open-Source-Systems, das Blockchain-Abwicklung mit einem Knowledge Graph kombiniert, sodass Daten über Produkte, Assets oder andere Informationen verifiziert und geteilt werden können, ohne dass alle Beteiligten einer einzigen zentralen Instanz vertrauen müssen.
Das Projekt entstand aus einem realen Problem der Lieferkette: Herkunftsnachweise liegen normalerweise verstreut in separaten, geschlossenen Unternehmensdatenbanken, sodass Käufer jedem Glied der Kette vertrauen müssen statt den Daten selbst. OriginTrail lässt Organisationen diese Daten als "Knowledge Assets" auf einer gemeinsamen, manipulationssicheren Struktur namens Decentralized Knowledge Graph (DKG) veröffentlichen, die an öffentlichen Blockchains verankert ist statt an den Servern eines einzelnen Unternehmens.
ODN ist das Peer-to-Peer-Netzwerk unabhängig betriebener Nodes, die diese Graph-Daten off-chain speichern, replizieren und bereitstellen, während Nachweise und Zahlungen auf angebundenen Chains abgewickelt werden, zunächst Ethereum, später auch Polygon, Gnosis und OriginTrails eigene NeuroWeb-Chain. Für den Betrieb eines Nodes muss eine große Menge TRAC als Sicherheit in den Smart Contracts des Netzwerks hinterlegt werden, was unehrliches Verhalten unterbindet, da ein Node, der beim Liefern fehlerhafter Daten erwischt wird, seinen Stake verlieren kann. Publisher geben TRAC aus, um neue Knowledge Assets zu schreiben, und Node-Betreiber verdienen TRAC-Gebühren fürs Hosten und Validieren, wodurch der Token als zentraler Utility Token des Netzwerks fungiert statt als rein spekulatives Asset.
Über die Logistik hinaus hat sich OriginTrail in Richtung Verifizierung von Daten für künstliche Intelligenz und Real-World Assets erweitert. Unternehmen und Normungsorganisationen wie Walmart, das British Standards Institution und GS1 haben das Netzwerk für Produktauthentifizierung, Compliance-Tracking und Transparenz in der Lieferkette erprobt.