Ein Prediction Market macht aus einer Frage über die Zukunft einen handelbaren Kontrakt: Anteile, die ausgezahlt werden, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt, und wertlos verfallen, wenn es nicht eintritt. Da der Preis eines "Yes"-Anteils durch Kauf und Verkauf schwankt, fungiert er als laufende, von der Menge gebildete Wahrscheinlichkeitseinschätzung statt als einzelne Prognose eines Analysten oder Umfrageinstituts.
Zentralisierte Plattformen wie Kalshi arbeiten als regulierte Exchanges, die Orders matchen und Kontrakte unter direkter Aufsicht von Regulierungsbehörden wie der US-amerikanischen Commodity Futures Trading Commission abwickeln. Krypto-native Plattformen wie Polymarket wickeln Trades dagegen on-chain ab, nutzen Stablecoins als Sicherheit und einen Smart Contract, um Gelder zu verwahren, bis ein Market aufgelöst wird. Frühere dezentrale Projekte wie Augur gingen noch weiter, indem Token-Inhaber selbst zum Auflösungsmechanismus wurden: Sie setzten Werte auf das korrekte Ergebnis und verdienten Gebühren dafür, es ehrlich zu melden.
Das schwierigste technische Problem besteht darin, reale Ergebnisse präzise auf die Blockchain zu bringen. Deshalb sind dezentrale Markets stark auf Oracle-Systeme oder Streitverfahren zwischen einsetzenden Reportern angewiesen, um zu bestätigen, was tatsächlich geschehen ist. Prediction Markets werden weit über Krypto-Kurse hinaus genutzt, etwa für Wahlen, Sport und Wirtschaftsdaten, und Studien zeigen wiederholt, dass ihre aggregierten Quoten tatsächliche Ergebnisse mindestens so gut abbilden wie Expertenumfragen. Zu den Risiken zählen geringe Liquidität bei Nischen-Markets, mehrdeutige Vertragsformulierungen, die die Abwicklung erschweren, sowie ein Flickenteppich an Regulierung: Manche Jurisdiktionen behandeln diese Kontrakte als legitime Finanzinstrumente, andere stufen sie als Glücksspiel ein und schränken den Zugang ein oder blockieren ihn vollständig.