Jeder handelbare Vermögenswert durchläuft zwei Phasen: Er wird zunächst ausgegeben und wechselt danach wiederholt zwischen Anlegern den Besitzer. Der Secondary Market umfasst diese zweite Phase, den fortlaufenden Kauf und Verkauf von Assets, die bereits existieren und bereits im Umlauf sind, ohne dass neues Angebot entsteht oder Kapital an den ursprünglichen Emittenten zurückfließt.
Im Krypto-Bereich entspricht diese Aufteilung weitgehend dem Modell der traditionellen Finanzwelt. Ein Projekt beschafft sich Kapital, indem es neue Token direkt an Unterstützer verteilt, etwa über einen Token Sale oder ein Initial Exchange Offering, das ist der Primary Market. Sobald diese Token gelistet sind, findet jeder weitere Handel, sei es an einer zentralisierten Exchange, einer Decentralized Exchange oder über einen Over-the-Counter-Desk für große Blöcke, stattdessen auf dem Secondary Market statt. NFT-Marktplätze funktionieren nach demselben Prinzip: Ein Mint ist ein Primärverkauf, und jeder anschließende Weiterverkauf ist eine Secondary-Market-Transaktion, oft mit Royalty-Bedingungen, die der ursprüngliche Creator festgelegt hat.
Secondary Markets sind wichtig, weil dort die eigentliche Price Discovery stattfindet. Kontinuierlicher Kauf- und Verkaufsdruck, sichtbar in Orderbooks und Marktiefe, bestimmt den Echtzeitpreis, den ein Token Sale mit Festpreis nicht liefern kann. Tiefe, liquide Secondary Markets erlauben es Haltern, Positionen abzubauen, ohne den Preis stark zu bewegen, während dünne oder fragmentierte Märkte die Spreads verbreitern und große Trades verteuern. 2026 konzentriert sich die Liquidität für große Assets zunehmend auf eine Handvoll führender Exchanges und wird bei Bitcoin und Ethereum zusätzlich durch den Handel mit Spot-ETFs gestützt, wodurch die Bid-Ask-Spreads bei diesen Assets im Vergleich zu kleineren, dünn gehandelten Token ungewöhnlich eng ausfallen.