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Over-the-Counter (OTC)

Ein OTC-Trade wird privat verhandelt, anstatt gegen ein öffentliches Order Book abgeglichen zu werden. Statt eine Order einzureichen, die schrittweise gegen sichtbare Kauf- und Verkaufskurse gefüllt wird, einigen sich Käufer und Verkäufer vorab auf einen einzigen Preis für die gesamte Größe, meist über einen Request-for-Quote-Prozess mit einer spezialisierten Desk.

Der Hauptgrund für die Existenz von OTC ist der Preiseffekt. Ein öffentliches Order Book hat auf jedem Preisniveau nur begrenzte Tiefe; eine Order über mehrere Millionen Dollar, direkt auf einer Exchange platziert, würde mehrere Preisniveaus durchlaufen und den Markt gegen den Trader bewegen, noch bevor die Order vollständig gefüllt ist. OTC-Desks vermeiden dies, indem sie einen einzigen All-in-Preis stellen, oft aus dem eigenen Bestand oder einem Netzwerk von Liquiditätspartnern, und den Trade außerhalb des öffentlichen Handels abwickeln.

Institutionelle OTC-Desks wie Cumberland, Wintermute, B2C2 und Galaxy Digital agieren bei den größeren, liquideren Trades als Principal Market Maker, die das Risiko übernehmen und über mehrere Plattformen absichern. Mindestgrößen liegen typischerweise bei rund 100.000 bis 250.000 US-Dollar, wobei manche Plattformen auch kleinere Beträge akzeptieren. Kunden durchlaufen vor dem Handel KYC und Onboarding, und die Abwicklung erfolgt zunehmend über einen Custodian oder, für nahezu sofortige Transfers, in Stablecoins statt per langsamer Banküberweisung.

Da Trades bilateral erfolgen, ist das Kontrahentenrisiko die Hauptgefahr: Eine Desk oder ein Handelspartner könnte die Lieferung von Geldern oder Vermögenswerten versäumen. Dieses Risiko ist gesunken, da Abwicklung über Custodians und vorfinanzierte Konten zum Standard geworden sind, doch bei extremer Volatilität haben manche Desks in der Vergangenheit ihre Kursstellung ganz ausgesetzt, statt blind zu handeln.

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