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Overbought

Overbought (überkauft) beschreibt einen Marktzustand, den Momentum-Indikatoren signalisieren, wenn Kaufdruck den Preis eines Assets stark über seine jüngste Handelsspanne getrieben hat, was darauf hindeutet, dass die Bewegung schneller verlief als die zugrunde liegende Nachfrage rechtfertigt. Es handelt sich um ein Signal, keine Aussage über den Wert: Dieselbe Coin kann überkauft bleiben, während der Preis weiter steigt, oder sich schon Stunden nach dem Signal wieder umkehren.

Das Konzept stammt von Momentum-Oszillatoren, die Preisbewegungen auf einer Skala von 0 bis 100 bewerten und ab einem Wert über 70 überkauft anzeigen. Traditionelle Märkte behandeln 70 als feste Obergrenze, doch wegen der Volatilität von Krypto weiten viele Trader diese Marke auf 80 oder höher aus, um in einem starken Trend nicht zu früh auszusteigen. Bitcoin etwa blieb in früheren Bullenmärkten wochenlang überkauft, ohne dass darauf eine größere Korrektur folgte.

Da ein einzelner überkauft-Wert irreführend sein kann, suchen Trader meist nach Bestätigung, bevor sie danach handeln:

  • Bearishe Divergenz, bei der der Preis ein höheres Hoch bildet, der Indikator aber nicht, oft ein stärkeres Warnsignal als die 70er-Linie allein
  • Fallendes Volumen bei steigendem Preis, ein Hinweis darauf, dass weniger Marktteilnehmer die Bewegung tragen
  • Der Preis im Verhältnis zu einem längerfristigen gleitenden Durchschnitt, da ein Rücksetzer innerhalb eines etablierten Aufwärtstrends anders zu bewerten ist als eine Umkehr darunter

Überkaufte Bedingungen treten häufig bei hype-getriebenen Rallys und newsgetriebenen Kurssprüngen auf und bilden zusammen mit überverkauften Werten die beiden Extreme, auf die Trader bei möglichen Wendepunkten achten. Keines der beiden Signale sollte allein als Kauf- oder Verkaufssignal dienen; beide funktionieren am besten in Kombination mit Preisverlauf, Volumen und dem übergeordneten Trend.

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