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Oversold

Oversold beschreibt einen Marktzustand, in dem der Verkaufsdruck so stark oder so lang anhaltend war, dass der Preis als weiter gefallen gilt, als es das zugrunde liegende Angebot und die Nachfrage rechtfertigen würden. Es handelt sich weniger um eine präzise Messgröße als um ein Signal, dass die Abwärtsdynamik an Kraft verlieren könnte, weshalb Trader auf eine Pause oder Umkehr des Trends achten.

Trader verlassen sich selten auf eine einzige Zahl, um einen Vermögenswert als oversold einzustufen. Neben einem Relative Strength Index, der unter 30 fällt, prüfen sie oft, ob der Preis das untere Band eines Bollinger Band durchbrochen hat, ob der Stochastic Oscillator in seinen eigenen niedrigen Bereich gefallen ist, oder ob Momentum-Tools wie der MACD zeigen, dass der Verkaufsdruck nachlässt, während der Preis weiter fällt (eine bullische Divergenz). Eine Bestätigung durch mehrere Indikatoren gleichzeitig, besonders in der Nähe eines bekannten Support Level, gilt allgemein als stärkeres Signal als ein einzelner Messwert für sich.

Oversold-Bedingungen sind im Krypto-Bereich relevant, weil sie konträre "Buy the Dip"-Strategien prägen, und weil genügend Trader und Handelsbots dieselben Schwellenwerte beobachten, sodass die daraus entstehende Nachfrage teilweise selbsterfüllend werden kann. Ein Oversold-Wert ist jedoch eine Beschreibung des jüngsten Kursverlaufs, keine Prognose. In einem anhaltenden Abwärtstrend kann ein Vermögenswert tagelang oder wochenlang oversold bleiben, während der Preis weiter fällt, und kurzlebige Erholungen aus dem Oversold-Bereich verpuffen manchmal schnell wieder, ein Muster, das oft als Dead Cat Bounce bezeichnet wird.

Aus diesem Grund werden Oversold-Signale in der Regel zusammen mit der übergeordneten Trendrichtung, dem Handelsvolumen und der Nachrichtenlage bewertet, statt als eigenständiges Kaufsignal behandelt zu werden, zumal Kryptomärkte sehr volatil sein können.

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