Tanking beschreibt einen schnellen, starken Kurseinbruch statt eines gewöhnlichen Rücksetzers. Trader greifen zu diesem Wort, wenn ein Asset innerhalb von Stunden oder Tagen einen Großteil seines Werts verliert, oft begleitet von panikartigen Verkäufen und einem sprunghaften Anstieg des Handelsvolumens.
In der Regel wirken mehrere Faktoren zusammen, damit ein Coin tankt:
- Negative Nachrichten, etwa eine regulatorische Verschärfung, ein Hack einer Exchange oder ein Skandal rund um ein Projekt
- Große Halter ("Whales") oder Institutionen, die auf einmal umfangreiche Positionen abstoßen
- Breiterer makroökonomischer Druck, etwa Zinsentscheidungen, überraschende Inflationsdaten oder ein Einbruch an den Aktienmärkten
- Der Bruch eines wichtigen technischen Niveaus, der Stop-Losses und algorithmische Verkäufe auslöst
Da im Krypto-Handel viel mit Leverage gearbeitet wird, verstärkt sich ein Tank oft selbst: Fallende Kurse zwingen Exchanges dazu, gehebelte Long-Positionen automatisch zu schließen, und jeder Zwangsverkauf drückt den Preis weiter nach unten, was wiederum weitere Liquidationen auslöst. Dieser Kaskadeneffekt kann aus einem moderaten Rückgang innerhalb eines einzigen Tages einen deutlich größeren machen. Ein markantes Beispiel ereignete sich im Jahr 2026, als Bitcoin gegenüber seinem Hoch Ende 2025 mehr als die Hälfte seines Werts verlor, weil Abflüsse aus Spot-ETFs, der überraschende Verkauf eines großen Unternehmenshalters und kaskadierende Liquidationen sich gegenseitig verstärkten und den Großteil des Altcoin-Marktes mit nach unten zogen.
Tanking ist nicht dasselbe wie ein gewöhnlicher Dip, denn es bezeichnet eine schärfere, schädlichere Bewegung, die die Volatilität und die Nervosität unter Anlegern deutlich erhöht. Ob und wie schnell sich der Kurs erholt, hängt in der Regel davon ab, wie viel des Ausverkaufs auf vorübergehende Panik zurückzuführen war und wie viel auf eine tatsächliche Veränderung der Fundamentaldaten.