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Bear market

Ein Bear Market beschreibt einen anhaltenden Abwärtstrend, nicht nur einen schlechten Tag oder eine schlechte Woche. Trader verwenden häufig eine Faustregel aus der traditionellen Finanzwelt: Der Preis muss um mindestens 20% von einem jüngeren Höchststand fallen und über einen längeren Zeitraum niedrig bleiben, bevor der Begriff zutrifft. Im Kryptomarkt, wo tägliche Schwankungen von 10% oder mehr keine Seltenheit sind, wird diese Schwelle oft lockerer gehandhabt, und Analysten schauen stattdessen auf längerfristige Signale, etwa ob der Preis unter dem gleitenden 200-Tage- oder 365-Tage-Durchschnitt bleibt.

Bear Markets im Kryptobereich sind in der Regel tiefer und länger als an den Aktienmärkten. Bitcoin ist seit 2011 in jedem großen Abschwung um 77% bis über 90% vom vorherigen Höchststand gefallen, und vollständige Zyklen von Hoch bis Tief dauerten historisch betrachtet 9 bis 18 Monate. Der Bear Market von 2022 ist ein gut dokumentiertes Beispiel: Bitcoin fiel von rund 69.000 US-Dollar auf unter 16.000 US-Dollar, nachdem Terra/LUNA kollabiert war und FTX Insolvenz anmeldete, verstärkt durch aggressive Zinserhöhungen, die Liquidität aus risikoreichen Anlagen abzogen.

Bear Markets zeichnen sich meist durch sinkende Handelsvolumen, negative Medienberichterstattung und Phasen panikartiger Verkäufe aus, bekannt als Capitulation, bei denen Anleger ihre Positionen nahe einem Tiefpunkt aufgeben. Nicht jeder Vermögenswert bewegt sich gleich: Altcoins beginnen oft früher zu fallen als Bitcoin und erholen sich später. Langfristige Anleger nutzen ausgedehnte Abschwünge manchmal, um zu niedrigeren Preisen nachzukaufen, auch wenn das exakte Timing eines echten Tiefpunkts notorisch unzuverlässig ist. Historisch gesehen ging jeder Krypto-Bear-Market irgendwann in einen neuen Bull-Zyklus über.

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