Eine Bear Flag entsteht in zwei sichtbaren Teilen: einem steilen Kursrückgang mit hohem Volumen, der als Flagpole (Fahnenstange) bezeichnet wird, gefolgt von einer kurzen Pause, in der der Kurs seitwärts oder leicht nach oben in einem schmalen, parallelen Kanal driftet, der einer Fahne an einer Stange ähnelt. Diese Pause spiegelt kurzfristige Gewinnmitnahmen oder Zögern wider, keine echte Trendwende, und dauert auf Tageschart meist einige Tage bis etwa eine Woche.
Trader achten darauf, dass die Flag leicht entgegen dem vorherigen Abwärtstrend geneigt ist, und darauf, dass das Handelsvolumen während der Konsolidierung sinkt: ein nachlassendes Volumen deutet darauf hin, dass Verkäufer sich lediglich neu positionieren, statt die Kontrolle zu verlieren. Das Muster gilt als bestätigt, sobald der Kurs unter die untere Begrenzung der Flag fällt, idealerweise bei wieder steigendem Volumen. Viele Trader projizieren dann einen weiteren Rückgang, der ungefähr der Höhe der Flagpole entspricht, um ein Kursziel abzuschätzen.
Bear Flags treten über verschiedene Zeitrahmen und Märkte hinweg auf, und die Volatilität von Krypto macht sie bei Bitcoin und anderen großen Assets während scharfer Ausverkäufe häufig. Da das Muster scheitern kann, besonders bei unruhigen oder volumenarmen Bedingungen oder wenn der Kurs über die obere Linie der Flag zurückschießt, kombinieren die meisten Trader es mit Volumen, Momentum-Indikatoren wie dem RSI oder einer Bestätigung durch Candlesticks, bevor sie eine Short-Position eröffnen. Es gilt als Spiegelbild einer Bull Flag, die stattdessen eine Fortsetzung des Aufwärtstrends signalisiert.