Ein Timestamp in einer Blockchain ist ein Unix-Zeitwert, also die Anzahl der Sekunden seit dem 1. Januar 1970 UTC, der in jedem Block Header gespeichert ist. Es handelt sich nicht um eine beliebige Angabe, sondern um ein Feld, das durch Konsensregeln bestimmt wird: Nodes akzeptieren einen neuen Block nur, wenn sein Timestamp höher ist als der Median der vorherigen elf Blocks, bekannt als median time past, und nicht mehr als etwa zwei Stunden vor der kollektiv abgeglichenen Netzwerkzeit liegt. Dieser Spielraum gibt Minern genug Flexibilität, um Uhrenabweichungen und Verzögerungen bei der Verbreitung auszugleichen, verhindert aber, dass jemand einen Block zurück oder vordatiert, um das System zu manipulieren.
Da kein zentraler Server eine offizielle Zeit vorgeben kann, ist diese medianbasierte Regel einer der wenigen Bestandteile des Konsens, der auf lokalen Peer-Daten statt allein auf Chain-Daten beruht, und sie garantiert bewusst keine strikte chronologische Reihenfolge zwischen aufeinanderfolgenden Blocks. Was Timestamps zuverlässig leisten, ist die Anpassung des Schwierigkeitsgrads: Durch den Vergleich der aufgezeichneten Zeit über eine Reihe aktueller Blocks mit dem angestrebten Blockintervall passt das Netzwerk die Mining-Schwierigkeit an, damit Blocks weiterhin in einem gleichmäßigen Tempo entstehen, so wie bei Bitcoin alle 2.016 Blocks.
Timestamps bilden zudem die Grundlage für Smart Contracts und Off-Chain-Nachweise über die Existenz von Daten, mit denen belegt werden kann, dass ein Dokument, eine Transaktion oder eine Datei zu oder vor einem bestimmten Block bereits existierte. Entwicklern wird geraten, sich bei präzisem Timing oder Zufälligkeit in Vertragslogik nicht auf die Blockzeit zu verlassen, da der Wert einen gewissen Spielraum hat und letztlich vom Blockproduzenten festgelegt wird, nicht von einer externen Uhr.