Jede handelbare Coin oder jeder Token auf einer Exchange wird durch einen kurzen alphanumerischen Code identifiziert, den Ticker, damit Trader ihn schnell finden und notieren können, ohne den vollen Projektnamen einzutippen. Ticker bestehen meist aus zwei bis fünf Zeichen (BTC, ETH, USDT) und werden vom Projektteam selbst gewählt, nicht von einer Aufsichtsbehörde oder zentralen Stelle vergeben, was die Hauptursache für die meisten Verwechslungen ist.
Da es keinen Torwächter gibt, kann derselbe Ticker an völlig unabhängige Assets gebunden sein. Ein bekanntes Beispiel ist Bitcoin Cash: Es wurde zunächst kurz unter BCC gehandelt, bevor es zu BCH wechselte, weil BCC bereits vom unabhängigen Token BitConnect belegt war. Auch Wrapped Bitcoin (wBTC) hatte schon Nachahmer, die unter demselben oder einem fast identischen Symbol gehandelt wurden. Betrüger nutzen dies gezielt aus, indem sie minderwertige Token unter dem Ticker eines großen Projekts starten, in der Hoffnung, unachtsame Käufer zum Senden von Geldern an den falschen Contract zu verleiten.
Trader verringern dieses Risiko, indem sie vor einer Order die Contract-Adresse, die offizielle Website und, wo möglich, die Listing-Seite auf einer vertrauenswürdigen Exchange prüfen, statt sich allein auf den Ticker zu verlassen. Aufsichtsbehörden und Standardisierungsgremien schließen diese Lücke zunehmend: Im Rahmen der EU-Verordnung MiCA werden Krypto-Assets immer öfter mit dem ISO-24165-Digital-Token-Identifier (DTI) erfasst, einem neunstelligen Code, der jedem Token eine eindeutige Referenz geben soll, ähnlich einer ISIN bei traditionellen Wertpapieren.
Solange solche Identifikatoren nicht flächendeckend genutzt werden, bleibt der Ticker vor allem ein praktisches Label, nützlich für schnelles Nachschlagen bei Bitcoin und anderen großen Coins, aber kein Beweis für Echtheit an sich.