Im alltäglichen Sprachgebrauch ist "Coin" der breiteste Begriff in der Kryptowelt: Egal ob ein Asset sein eigenes Netzwerk antreibt oder auf einer fremden Blockchain aufsetzt, meist wird es schlicht als Coin bezeichnet. Diese Weite ist beabsichtigt. Statt Coin und Token als Gegensätze zu behandeln, nutzen die meisten Krypto-Glossare und Exchange-Listings Coin als Oberbegriff und unterteilen das, was darunter fällt, in zwei Familien.
Die erste Familie sind Cryptocurrencies: native Assets, die fest im Protokoll einer Blockchain verankert sind und ohne diese nicht existieren können. Bitcoin auf dem Bitcoin-Netzwerk und Ether auf Ethereum sind die klarsten Beispiele. Eine Chain hat in der Regel genau ein natives Asset, das für Transaktionsgebühren, Belohnungen für Miner oder Validatoren sowie zur Absicherung des Netzwerks über Proof of Work oder Staking verwendet wird. Die zweite Familie sind Token, die über Smart Contracts auf einer bereits bestehenden Blockchain ausgegeben werden, statt eine eigene Chain zu benötigen; allein auf Ethereum laufen Tausende ERC-20-Token, von Stablecoins bis hin zu Governance-Rechten.
Im allgemeinen Sprachgebrauch verschwimmt die Grenze weiter. Exchanges listen Tausende Coins, unabhängig davon, zu welcher Familie sie gehören, und jeder Coin außer Bitcoin wird umgangssprachlich oft als Altcoin bezeichnet. Ständig kommen neue Coins auf den Markt, die meisten erreichen nie dauerhaftes Handelsvolumen oder echten Nutzen, und ein großer Teil wird irgendwann aufgegeben, weshalb die tatsächliche Aktivität eines Projekts mehr aussagt als sein Etikett.