Ein Whitepaper ist das grundlegende technische und geschäftliche Dokument, das ein Krypto-Projekt veröffentlicht, um zu erklären, was es entwickelt, wie die Technologie funktioniert und warum der Token existiert. Über die grundlegende Vorstellung hinaus, die in einer kurzen Zusammenfassung steht, behandelt ein vollständiges Whitepaper üblicherweise das Problem, das das Projekt löst, die technische Architektur, die Tokenomics (Angebot, Verteilung, Vesting und Nutzen), das dahinterstehende Team und eine Roadmap für die künftige Entwicklung.
Das Genre geht auf Bitcoins eigenen Gründungstext zurück, "Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System", veröffentlicht von der pseudonymen Person Satoshi Nakamoto im Oktober 2008. Dieses neunseitige Dokument beschrieb, wie ein dezentrales Netzwerk Transaktionen ohne Banken abwickeln kann, und setzte den Maßstab, an dem sich Tausende späterer Projekte orientiert haben, von einseitigen Zusammenfassungen bis hin zu dichten, mit Fußnoten versehenen Yellow Paper-artigen Spezifikationen.
Während des Booms der Initial Coin Offering dienten Whitepaper zugleich als Fundraising-Pitch, was regulatorische Aufmerksamkeit auf sich zog. Aufsichtsbehörden wie die US-amerikanische SEC haben nie eine genehmigte Vorlage herausgegeben; stattdessen prüfen sie, ob die versprochenen Renditen eines Tokens ihn zu einem Wertpapier machen. Der europäische MiCA-Rahmen ging weiter und verpflichtet Emittenten, vor dem öffentlichen Angebot eines Tokens ein formelles Whitepaper bei der Aufsichtsbehörde einzureichen.
Da Whitepaper vom Projekt selbst verfasst werden, sollten Leser ihre Aussagen als Ausgangspunkt für eigene Recherchen betrachten und nicht als verifizierte Fakten, und die dargestellten Pläne im Zeitverlauf mit tatsächlichem Code, Audits und erreichten Meilensteinen vergleichen.