Bearwhale bezeichnet einen Whale, also einen Halter mit einem ungewöhnlich großen Anteil an einer Kryptowährung, der konsequent eine bearishe Haltung einnimmt, anstatt einfach nur zu akkumulieren. Statt langfristig zu halten, verkauft ein Bearwhale in Rallyes hinein und platziert überdimensionierte Verkaufsorders, die wie ein Deckel wirken und den Preis einer Coin daran hindern, deutlich weiter zu steigen, solange die Position bestehen bleibt.
Der Begriff geht auf einen einzelnen, mittlerweile berühmten Vorfall zurück. Am 6. Oktober 2014 platzierte ein anonymer Halter eine Verkaufsorder über 30.000 Bitcoin, damals rund 9 Millionen Dollar wert, an der Börse Bitstamp zu 300 Dollar pro Coin, deutlich unter dem geltenden Kurs. Die Order bildete eine sichtbare Wand im Orderbuch, die den Preis stundenlang blockierte und kurzzeitig weiter nach unten drückte, während der Verkäufer weiter in den Markt hinein verkaufte. Anstatt einen Crash auszulösen, wehrte sich die Community: Ein Trader mit dem Spitznamen "Whale Killer" platzierte eine Kauforder über 40.000 BTC auf demselben Niveau, wodurch die gesamte Verkaufswand innerhalb von etwa einem Tag aufgesogen wurde und der Preis anschließend deutlich anstieg.
Die Episode, die als "slaying of the Bearwhale" in Erinnerung geblieben ist, wurde zu einer frühen Lektion über Marktliquidität und von der Community organisierte Kursverteidigung und zeigte, dass selbst ein vermeintlich dezentraler Markt von einem einzelnen konzentrierten Halter bewegt werden kann. Trader verwenden den Begriff bis heute, halb im Scherz, für jede große Wallet, deren anhaltender Verkaufsdruck das Aufwärtspotenzial einer Coin zu begrenzen scheint.