Grundsätzlich kann jeder einen BIP entwerfen, doch damit aus einer Idee tatsächlich eine Netzwerkänderung wird, braucht es breite Zustimmung von Entwicklern, Node-Betreibern und Minern, denn kein Unternehmen und keine Stiftung kontrolliert Bitcoin. Vorschläge werden als Pull Requests im öffentlichen bitcoin/bips-Repository eingereicht, wo ein BIP-Editor prüft, ob das Dokument thematisch passend und korrekt formatiert ist, bevor eine Nummer vergeben wird. Anschließend verlagert sich die Diskussion auf Mailinglisten der Entwickler, bis sich ein grober Konsens bildet oder die Idee aufgegeben wird.
BIPs lassen sich in drei Kategorien einteilen. Standards-Track-Vorschläge (heute oft Specification genannt) verändern das Protokoll selbst, etwa Konsensregeln oder die Peer-to-Peer-Kommunikation. Informationelle BIPs liefern Leitlinien oder dokumentieren die Beweggründe eines Designs, ohne eine Übernahme zu verlangen. Process-BIPs beschreiben oder ändern die Abläufe rund um die Bitcoin-Entwicklung, einschließlich des BIP-Systems selbst. 2025 aktivierten Entwickler BIP 3, die erste grundlegende Überarbeitung dieses Prozesses seit neun Jahren, die den alten Lebenszyklus mit neun Status durch vier einfachere Stufen ersetzte: Draft, Complete, Deployed und Closed.
Einige BIPs haben Bitcoin in der Praxis grundlegend verändert. BIP 32 definierte hierarchisch deterministische Wallets, BIP 39 standardisierte die dazugehörigen Recovery-Seed-Phrasen, und BIP 141 führte Segregated Witness ein, das Transaktionsdaten umstrukturierte, um Malleability zu beheben und mehr Platz in Blocks für zusätzliche Transaktionen zu schaffen. Das Taproot-Upgrade von 2021 bündelte drei BIPs (340, 341, 342), um Schnorr-Signaturen sowie flexiblere, privatere Ausgabebedingungen zu ergänzen.
Da Bitcoin keinen zentralen Herausgeber hat, bleiben BIPs freiwillige Spezifikationen statt erzwungener Upgrades, ein Governance-Modell, dem später Ethereums eigener Ethereum Improvement Proposal (EIP)-Prozess folgte.