Copy Trading verwandelt das Exchange-Konto eines Followers in ein Live-Spiegelbild der Aktivität eines ausgewählten Traders, wobei jeder Ein- und Ausstieg an den Kapitalbetrag angepasst wird, den der Follower zugewiesen hat, ohne dass dieser selbst Orders platzieren muss.
Auf den meisten zentralisierten Exchanges durchsuchen Follower ein öffentliches Leaderboard von "Lead" oder "Master"-Tradern, filtern nach Track Record, Trefferquote und Risikoniveau und weisen dann einen festen Betrag zu, um einen oder mehrere von ihnen zu kopieren. Eröffnet ein Lead Trader eine Spot- oder Futures-Position, spiegelt die Matching Engine der Plattform diese in Echtzeit anteilig auf jedes Followerkonto und schließt sie auf dieselbe Weise. Da die Order jedes Followers separat ausgeführt wird, sorgen kleine Unterschiede bei Preis und Timing dafür, dass die tatsächliche Rendite selten exakt dem Vorzeigeergebnis des Lead Traders entspricht, und dieser Abstand wird meist größer, je mehr Nutzer denselben Trader gleichzeitig kopieren.
Lead Trader werden meist über Profit Sharing vergütet, üblicherweise 10 bis 15 Prozent der realisierten Gewinne eines Followers, wobei bei Verlust nichts geschuldet wird; reguläre Trading- und Funding-Gebühren fallen zusätzlich an. Viele Leads setzen automatisierte Trading Bots statt manuellem Handel ein, und anders als beim Backtesting anhand historischer Daten sind Copy-Trading-Follower live, zukunftsgerichteten Ergebnissen ausgesetzt, ohne Garantie, dass sich das Muster wiederholt.
Zu den wichtigsten Risiken zählen Slippage in volatilen Märkten, ein Lead Trader, der abrupt den Hebel erhöht oder die Strategie ändert, sowie Leaderboards, die eher Survivorship Bias als dauerhaftes Können widerspiegeln. Copy Trading beseitigt das Marktrisiko nicht: Follower können weiterhin Geld verlieren, selbst wenn sie einen historisch profitablen Trader kopieren.