Ein Death Cross entsteht in drei Phasen: Ein Aufwärtstrend verliert an Schwung, der Preis sinkt allmählich, während Verkäufer die Oberhand gewinnen, und schließlich fällt der kurzfristige gleitende Durchschnitt unter den langfristigen, was den Umschwung im Chart bestätigt. Da beide Durchschnitte auf vergangenen Kursen basieren, ist das Muster ein nachlaufendes Signal: Wenn es erscheint, ist ein Großteil des beschriebenen Rückgangs oft schon geschehen.
Im Krypto-Markt beobachten Trader vor allem den 50-Tage- und den 200-Tage-Durchschnitt von Bitcoin und anderen Large-Cap-Assets, da eine Kreuzung auf diesen Charts meist große mediale Aufmerksamkeit erhält. Die Erfolgsbilanz von Bitcoin bei diesem Muster ist gemischt: Manche Kreuzungen wurden von weiteren Verkäufen gefolgt, während andere, darunter jene von 2023 und 2024, kurz vor einer Erholung des Preises einen Tiefpunkt markierten. Diese Uneinheitlichkeit ist der Grund, warum viele Analysten einen Death Cross eher als Risikosignal denn als verlässliches Verkaufssignal einstufen.
Das Muster ist besonders anfällig für Fehlsignale in seitwärts laufenden oder unruhigen Märkten, in denen sich die beiden Durchschnitte mehrfach kreuzen können, ohne dass ein echter Trendwechsel vorliegt. Um dieses Rauschen zu filtern, warten Trader oft auf eine Bestätigung durch das Handelsvolumen oder einen Momentum-Indikator wie den MACD, bevor sie auf das Signal reagieren. Das Spiegelbild dieses Musters, der Golden Cross, zeigt das Gegenteil an: eine mögliche Rückkehr zu bullishem Momentum, sobald der kurzfristige Durchschnitt wieder über den langfristigen steigt.