Falling knife beschreibt einen Vermögenswert, dessen Preis so schnell und so heftig einbricht, dass jeder Versuch, vor dem Ende des Absturzes einzusteigen, als leichtsinnig gilt. Trader entlehnen das Bild einem echten Messer, das mit der Spitze nach unten fällt: Wer versucht, es in der Luft zu greifen, verletzt sich fast garantiert, und beim Griff nach einem abstürzenden Chart verhält es sich genauso.
Das Muster zeigt meist eine Serie großer roter Candles ohne nennenswerte Konsolidierung, oft ausgelöst durch ein konkretes Ereignis: die Insolvenz einer Exchange, einen gebrochenen Stablecoin-Peg, ein gescheitertes Protokoll oder eine Welle erzwungener Liquidationen. Da niemand zuverlässig den exakten Boden vorhersagen kann, solange der Absturz noch andauert, führt der Einstieg "auf dem Weg nach unten" häufig dazu, dass der Kurs weit unter den Einstiegspreis fällt.
Der Zusammenbruch von Terras LUNA-Token 2022 ist das klassische Beispiel aus der Kryptowelt: Als sich die algorithmische Bindung an UST löste, fiel LUNA innerhalb weniger Tage von rund 80 auf einen Bruchteil eines Cents, während gleichzeitig eine Flut neu ausgegebener Token den Markt überschwemmte. Trader, die bei 60, 30 oder sogar 5 Dollar auf eine Erholung setzten, sahen ihre Positionen nahezu auf null fallen, ein Lehrbuchbeispiel für einen falling knife statt eines gewöhnlichen Dips.
Erfahrene Trader warten in der Regel auf eine Bestätigung, etwa einen zurückeroberten Support Level oder nachlassendes Verkaufsvolumen, bevor sie annehmen, dass ein Capitulation-Tief erreicht ist. Selbst dann kann sich eine Erholung im Nachhinein als Dead Cat Bounce statt als echte Trendwende herausstellen, weshalb der sicherere Ansatz schlicht darin besteht, erst eine Bodenbildung abzuwarten, bevor man einen Einstieg erwägt.