Die Flippening beschreibt den Moment, in dem die gesamte Marktkapitalisierung einer herausfordernden Kryptowährung die des etablierten Konkurrenten überholen würde, und in der Praxis wird der Begriff fast ausschließlich für das Szenario verwendet, in dem der Gesamtwert von Ethereum den von Bitcoin übersteigen würde. Geprägt wurde der Begriff von der Ethereum-Community während der spekulativen Bull-Run-Phase 2017 und brachte die Idee zum Ausdruck, dass eine flexiblere, programmierbare Blockchain irgendwann den Vermögenswert überflügeln könnte, den die meisten Menschen mit dem Ursprung von Krypto verbinden.
Tracker rund um einen sogenannten Flippening Index bilden das Verhältnis der beiden Marktkapitalisierungen als einzelnen Prozentwert ab und ermöglichen es Beobachtern, zu verfolgen, wie sich der Abstand vergrößert oder verkleinert. Dieses Verhältnis schwankte stark: Es erreichte im Juni 2017 mit rund 85% seinen Höchststand, kletterte während des DeFi- und NFT-Booms 2021 wieder auf 50 bis 53%, fiel dann nach dem Bärenmarkt 2022 deutlich, und weder der Wechsel von Ethereum zu Proof of Stake noch der Fee-Burning-Mechanismus führten zu einem dauerhaften relativen Zugewinn. Anfang 2026 lag das Verhältnis eher bei einem Fünftel der Marktkapitalisierung von Bitcoin, wobei die größeren Zuflüsse in Bitcoin-Spot-ETFs den Abstand eher vergrößerten als verringerten.
Ethereum hat Bitcoin allerdings zu verschiedenen Zeitpunkten bereits bei engeren Kennzahlen überholt, darunter die Anzahl täglicher Transaktionen, generierte Netzwerkgebühren und Entwickleraktivität, was zeigt, dass Dominanz anhand mehr als einer Kennzahl beurteilt werden kann. Dadurch ist die Idee weit über die ursprüngliche BTC/ETH-Rivalität hinausgewachsen: Theoretisch kann jede Coin eine andere bei Kennzahlen wie Marktanteil, aktiven Adressen oder Handelsvolumen "flippen", auch wenn eine vollständige Flippening der Marktkapitalisierung zwischen den beiden größten Kryptowährungen vorerst rein hypothetisch bleibt.