GameFi beschreibt die Verschmelzung von Blockchain-Gaming mit Finanzmechanismen: Spiele, in denen In-Game-Vermögenswerte als Token oder NFTs existieren, die Spieler wirklich besitzen, auf offenen Marktplätzen handeln und teils in andere Kryptowährungen umtauschen können. Statt auf dem privaten Server eines Entwicklers zu liegen, existieren Charaktere, Land, Waffen oder In-Game-Währungen on-chain, was Spielern nachweisbares, übertragbares Eigentum verschafft, das selbst dann bestehen bleibt, wenn ein Studio das Spiel einstellt.
Im Kern kombinieren GameFi-Titel meist drei Ebenen: eine Spiel-Engine, eine Token-Ökonomie für Belohnungen und Governance sowie DeFi-ähnliche Mechanismen wie Staking, Yield Farming oder Liquidity Pools rund um diese Token. Spieler benötigen in der Regel eine kompatible Krypto-Wallet und bei manchen Titeln vorab den Kauf eines NFTs, bevor sie mit dem Verdienen beginnen können.
Das bekannteste frühe Beispiel des Modells, Axie Infinity, zeigte sowohl den Reiz als auch die Fragilität eines reinen Play-to-Earn-Designs: Der unbegrenzte SLP-Token war darauf angewiesen, dass die Ausgaben neuer Spieler frühere Spieler belohnten, und sobald der Zustrom neuer Spieler nachließ, brachen Tokenwert und tägliche Erträge ein. Dieser Boom-and-Bust-Zyklus von 2021 bis 2022 trieb die Branche in Richtung dessen, was heute vielfach als "Play-and-Earn" oder GameFi 2.0 bezeichnet wird: Studios setzen dabei auf unterhaltsames Gameplay und ausgewogene, gedeckelte Token-Angebote, wobei das Verdienen zu einer sekundären Ebene wird statt zum Hauptanreiz.
Risiken bleiben Teil des Bildes: volatile Tokenomics, teure Einstiegs-NFTs, Smart-Contract-Exploits und Bridge-Hacks, darunter der rund 600 Millionen Dollar schwere Ronin-Bridge-Einbruch im Zusammenhang mit Axie Infinity im Jahr 2022, haben Spieler und Investoren vorsichtiger gemacht, wie nachhaltig tokenbasierte Spielökonomien wirklich sind.