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Ledger

Ein Ledger (Kontobuch) ist die chronologische Aufzeichnung, die eine grundlegende buchhalterische Frage beantwortet: Wem gehört was, und wie kam der Saldo zustande. Lange vor dem Computerzeitalter führten Buchhalter Ledger als gebundene Bücher mit Soll- und Haben-Posten für jedes Konto, und moderne Buchhaltungssoftware ordnet Daten noch immer auf dieselbe Weise, als Hauptbuch, das jede Transaktion eines Unternehmens oder einer Person zusammenfasst.

Kryptowährungen übertrugen diese jahrhundertealte Idee auf ein Distributed Ledger: Statt dass eine einzelne Institution die Hauptkopie führt, halten Tausende unabhängige Computer jeweils eine identische Kopie und einigen sich über einen Konsensmechanismus auf Aktualisierungen, anstatt sich auf die internen Bücher einer Bank zu verlassen. Eine Blockchain ist die gängigste Art, dieses gemeinsame Ledger zu strukturieren: Transaktionen werden in kryptografisch verketteten Blöcken gebündelt, sodass die gesamte Historie intakt und für jeden nachvollziehbar bleibt, der die Software betreibt.

Weil keine einzelne Partei die Hauptkopie kontrolliert, lassen sich Einträge im Nachhinein nicht heimlich ändern. Sobald eine Transaktion bestätigt und unter genügend späteren Blöcken vergraben ist, ist das Ledger faktisch immutable, und jeder Eintrag lässt sich über seine eigene Transaction ID nachverfolgen, sodass jeder eine Überweisung überprüfen kann, ohne einem Mittelsmann vertrauen zu müssen. Netzwerke wie die Bitcoin-Blockchain nutzen diese Struktur ausschließlich zur Nachverfolgung von Coin-Eigentum, während andere dasselbe Ledger erweitern, um zusätzlich Smart-Contract-Salden und -Status festzuhalten.

Der Nachteil: Echte Fehler zu korrigieren, etwa eine falsch eingegebene Adresse, ist schwieriger als bei einem zentralen Ledger, das eine Bank einfach anpassen konnte, denn die Korrektur eines On-Chain-Eintrags bedeutet, eine neue Transaktion hinzuzufügen, statt die alte zu löschen.