MEW ist eine non-custodial Oberfläche zum Erstellen und Verwalten von Ethereum-Konten direkt vom eigenen Gerät aus, das heißt, die Plattform selbst hält niemals Funds oder Private Keys. MEW ging am 11. August 2015 an den Start, nur wenige Wochen nach dem Launch des Ethereum-Netzwerks, als Gründer Kosala Hemachandra einen einfachen "Ether Wallet Generator" baute, damit auch technisch weniger versierte Nutzer mit der neuen Chain interagieren konnten, ohne Kommandozeilen-Tools zu verwenden. Damit gehört es zu den ältesten noch aktiven Wallet-Produkten im Ethereum-Ökosystem.
In der Praxis funktioniert MEW als client-seitige Anwendung: Keys werden lokal erzeugt und verschlüsselt, und Nutzer greifen über eine Keystore-Datei, eine Mnemonic Phrase oder durch das Verbinden einer Hardware Wallet wie Ledger oder Trezor auf ihr Konto zu. Im Laufe der Jahre wuchs das Projekt von einer einzelnen Webseite zu einer kleinen Produktfamilie, darunter eine mobile App und die Multi-Chain-Browsererweiterung Enkrypt.
Über die reine Aufbewahrung hinaus unterstützt MEW ETH und ERC-20-Token, ermöglicht das Anzeigen und Verwalten von NFTs, die Registrierung von ENS-Domainnamen, das Swappen von Assets über angebundene dezentrale Exchanges, das Staken von ETH sowie die Verbindung zu Dapps von Drittanbietern.
Da MEW niemals Assets verwahrt, führt der Verlust eines Private Keys oder der Recovery Phrase zum dauerhaften Verlust der Funds, ohne dass ein Support-Team den Zugriff wiederherstellen kann. Die Plattform war zudem schon Ziel von Phishing: Im April 2018 kaperten Angreifer eine vorgelagerte DNS-Route, um Besucher rund zwei Stunden lang auf eine gefälschte Kopie der Seite umzuleiten, wobei etwa 215 ETH gestohlen wurden, eine Erinnerung daran, vor dem Verbinden einer Wallet stets URL und Zertifikat zu prüfen. MEW bleibt eine gängige Alternative oder Ergänzung zu Browser-Wallets wie Metamask für die Verwaltung von Ethereum-Assets.