Mt. Gox (kurz für "Magic: The Gathering Online eXchange") startete 2007 als Handelsplattform für ein Kartenspiel, bevor die Domain 2010 zu einer Exchange für Bitcoin umgebaut wurde. Unter CEO Mark Karpelès, der die Plattform 2011 übernahm, wuchs sie zum dominierenden Handelsplatz für Bitcoin heran und wickelte zeitweise über 70 % des weltweiten Handelsvolumens ab.
Hinter den Kulissen war die Exchange jedoch weit weniger solide, als der Marktanteil vermuten ließ. Ermittler führten den Einbruch später auf Ende 2011 zurück, als Angreifer Zugriff auf die Online-Hot-Wallet von Mt. Gox erlangten und über Jahre unbemerkt Coins abzweigten, während der Betrieb einfach weiterlief, als wäre nichts geschehen. Kundenguthaben wurden nie richtig mit den eigenen Beständen abgeglichen, sodass das Defizit erst auffiel, als Auszahlungen Anfang 2014 nicht mehr funktionierten.
Am 28. Februar 2014 meldete Mt. Gox in Tokio ein Sanierungsverfahren an und gab bekannt, dass rund 850.000 BTC des Unternehmens und seiner Kunden, damals im Wert von Hunderten Millionen Dollar, verschwunden waren. Die Ankündigung ließ den Bitcoinpreis abstürzen und wurde zum Musterbeispiel für ein katastrophales Exchange-Versagen und die Risiken fehlender Selbstverwahrung.
Karpelès wurde am Ende nur wegen Datenfälschung verurteilt, nicht wegen Diebstahls. Eine weitere Person, die mit der Geldwäsche der gestohlenen Gelder in Verbindung gebracht wurde, wurde 2017 verhaftet. Die 2021 gerichtlich genehmigten Rückzahlungen an Gläubiger liefen ab 2023 in Bar- und Kryptoform an, wobei der Insolvenzverwalter die endgültige Auszahlungsfrist wiederholt verschoben hat, zuletzt auf Oktober 2026, mehr als ein Jahrzehnt nach dem Zusammenbruch. Mt. Gox bleibt der Referenzpunkt, wenn ein Projekt oder eine Exchange spektakulär rekt geht.