Beim Tokenisieren eines Real World Asset wird ein Blockchain-Token ausgegeben, der rechtliche oder wirtschaftliche Ansprüche auf etwas repräsentiert, das off-chain existiert, etwa eine Anleihe, ein Gebäude, ein Fass Öl oder einen privaten Kredit. Der Token selbst hat keinen eigenständigen Wert; er ist ein digitaler Anspruch, dessen Wert an das zugrunde liegende Asset gekoppelt ist, verifiziert durch rechtliche Vereinbarungen, Custodians oder Oracles, die reale Daten wie Preis oder Eigentumsstatus auf die Chain übertragen.
Die am schnellsten wachsende Kategorie sind tokenisierte kurzfristige Staatsanleihen. Produkte wie der BUIDL-Fonds von BlackRock und BENJI von Franklin Templeton ermöglichen es Institutionen, US-Treasury-Exponierung on-chain zu halten, mit nahezu sofortiger Abwicklung und 24/7-Übertragbarkeit, etwas, das traditionelle Custodial-Systeme nicht bieten. Private Credit, tokenisierte Immobilien, Rohstoffe und Carbon Credits folgten, wobei der gesamte On-Chain-RWA-Wert (ohne Stablecoins) bis 2026 zehn Milliarden Dollar erreichte, verteilt auf Dutzende Plattformen und mehrere Blockchains.
RWAs sind wichtig für DeFi, weil sie Protokollen erlauben, Assets mit unabhängigen, weniger volatilen Cashflows als Collateral oder Ertragsquelle zu nutzen und so On-Chain-Liquidität mit traditioneller Finance zu verbinden. Tokenization kann zudem sonst illiquide Bestände wie Gewerbeimmobilien fraktionalisieren, sodass kleinere Anleger einen Anteil statt des gesamten Assets kaufen können.
Die Hauptrisiken sind keine Blockchain-Risiken, sondern Off-Chain-Risiken: ob der Emittent das zugrunde liegende Asset tatsächlich hält, ob rechtliche Ansprüche durchsetzbar sind, falls der Emittent ausfällt, und ob ein Token schnell eingelöst oder weiterverkauft werden kann. Die regulatorische Behandlung variiert zudem stark je nach Rechtsraum und Asset-Typ, und viele RWA-Token bleiben auf gewhitelistete, akkreditierte Investoren beschränkt, statt frei auf offenen Märkten handelbar zu sein.