In der Praxis funktioniert ein Security Token, indem rechtliche Eigentumsansprüche, etwa ein Anteil am Eigenkapital, eine Forderung oder ein Anspruch auf künftige Gewinne, direkt in einem blockchainbasierten Register festgehalten werden, sodass der Token selbst (oder das offizielle On-Chain-Register des Emittenten) den Nachweis darüber liefert, wem was gehört. Das unterscheidet sich von den meisten Tokens, die im Kryptomarkt zirkulieren und meist Zugang zu einem Netzwerk oder Produkt gewähren, statt einen rechtlichen Anspruch auf einen zugrunde liegenden Vermögenswert oder ein Unternehmen zu verbriefen.
Emittenten schaffen Security Tokens in der Regel über eine Security Token Offering (STO), ein reguliertes Kapitalbeschaffungsverfahren, das einer traditionellen Wertpapieremission ähnelt, aber auf einer Blockchain abgewickelt wird. Ob ein Token als Wertpapier gilt, wird meist anhand des Howey Test beurteilt, dem US-amerikanischen Rechtsstandard zur Identifizierung eines Investment Contract; Aufsichtsbehörden wie die Securities and Exchange Commission (SEC) wenden diesen Test, oder vergleichbare lokale Vorschriften, an, um zu entscheiden, ob eine Registrierung oder eine Ausnahme erforderlich ist.
Security Tokens stehen im Zentrum des breiteren Trends der Real-World-Asset(RWA)-Tokenisierung, der sich 2026 rasant ausgeweitet hat, da Vermögensverwalter und Börsen Staatsanleihen, Private Credit, Anleihen und Immobilien tokenisieren. Befürworter verweisen auf schnellere Abwicklung, fraktioniertes Eigentum und programmierbare Compliance (Übertragungsbeschränkungen, automatisierte Dividenden), die direkt in den Token eingebaut sind. In der Praxis konzentriert sich die Nutzung weiterhin auf institutionelle Akteure, und die Liquidität vieler ausgegebener Security Tokens ist im Vergleich zu gängigen Krypto-Assets noch gering.
Zu den wichtigsten Risiken zählen regulatorische Unsicherheit zwischen verschiedenen Jurisdiktionen, die Komplexität von Verwahrung und Transfer Agents sowie die Tatsache, dass die meisten Kleinanleger Zulassungsbeschränkungen unterliegen, die bei traditionellen börsennotierten Wertpapieren nicht bestehen.