Ein Soft Cap ist die Finanzierungsuntergrenze, die ein Projekt festlegt, um zu beurteilen, ob sein Token Sale tragfähig ist, im Gegensatz zu willkürlichen Marketingzielen. Der Betrag wird meist aus einem realen Budget berechnet: Audits, Kernentwicklung, Exchange-Listings und genug finanzieller Spielraum, um die im Whitepaper skizzierte Roadmap umzusetzen. Wird weniger als dieser Betrag eingesammelt, deutet das darauf hin, dass das Team die Versprechen wahrscheinlich nicht einhalten kann.
Soft Caps und Hard Caps treten in der Regel gemeinsam bei einem ICO, einer IDO oder einem Presale auf. Beiträge sammeln sich zwischen diesen beiden Schwellenwerten an; sobald der Soft Cap erreicht ist, gilt der Sale als erfolgreich, unabhängig davon, ob der Hard Cap jemals erreicht wird. Läuft die Frist ab, ohne dass der Soft Cap erreicht wurde, hängt das Ergebnis vollständig von den vorab veröffentlichten Bedingungen ab:
- Vollständige Rückerstattung an die Teilnehmer, oft automatisch durch einen Smart Contract ausgelöst, der Transaktionen rückgängig macht.
- Verlängerung des Verkaufszeitraums, um der Kampagne mehr Zeit zu geben, das Ziel zu erreichen.
- Fortsetzung mit einer reduzierten Roadmap, sofern die Bedingungen dies zulassen.
Durch Smart Contracts erzwungene Rückerstattungen zählen zu den echten Verbraucherschutzmechanismen bei der Kapitalbeschaffung in der Krypto-Branche, da die Rückgewinnung von Geld bei einem gescheiterten klassischen Startup meist ein langwieriges juristisches Verfahren erfordert. Doch dieser Schutz ist nicht universell: Viele Projekte behalten sich vor, selbst zu entscheiden, ob eine Rückerstattung erfolgt, und bei grenzüberschreitenden Sales haben Teilnehmer oft kaum Möglichkeiten, wenn ein Team die Gelder einfach behält oder sich nicht mehr meldet. Vor einer Beteiligung ist es entscheidend, die tatsächlichen Verkaufsbedingungen zu lesen, nicht nur die genannte Soft-Cap-Zahl.