In der Praxis funktioniert eine Tokenized Stock weniger wie die Aktie selbst und mehr wie eine Forderung gegenüber einem Custodian, der die echten Aktien verwahrt. Jeder Token bildet den Kurs der zugrunde liegenden Aktie ab, und Unternehmensmaßnahmen wie Dividenden oder Aktiensplits werden meist durch eine Anpassung des Token-Werts weitergegeben, statt durch die Aktionärsrechte, die ein direkter Eigentümer hätte.
Die meisten Programme funktionieren nach demselben Prinzip: Ein lizenzierter Custodian oder ein Special Purpose Vehicle kauft und verwahrt die echten Aktien und prägt anschließend eine entsprechende Anzahl an Tokens auf einer öffentlichen Blockchain, oft Ethereum, Solana oder einem Layer-2-Netzwerk. Exchanges und Fintech-Plattformen nutzen dieses Modell, um Nutzern außerhalb der USA einen rund um die Uhr laufenden Handel mit US-Aktien und ETFs zu ermöglichen, mit einer Abwicklung in Minuten statt des sonst mehrtägigen Prozesses und mit Positionen, die in Bruchteile weit unterhalb einer ganzen Aktie aufgeteilt werden können.
Der Haken liegt im Rechtlichen, nicht im Technischen. Da Halter den Token besitzen und nicht die zugrunde liegende Aktie, haben die meisten Tokenized-Stock-Produkte kein Stimmrecht und keinen direkten rechtlichen Anspruch auf das Unternehmen selbst; manche Strukturen ähneln eher einem Derivatekontrakt, der sich am Aktienkurs orientiert. Emittenten operieren in der Regel aus Jurisdiktionen mit leichterer Wertpapierregulierung, und der Zugang ist in den USA, Großbritannien und einigen anderen großen Märkten oft eingeschränkt oder gar nicht verfügbar, was Kritik von traditionellen Börsen hervorgerufen hat, die befürchten, dass diese Produkte Eigentum nachahmen, ohne vollen Aktionärsschutz zu bieten.
Tokenized Stocks sind eine Anwendung des breiteren Real World Assets Trends, und manche Emittenten strukturieren sie ausdrücklich als Security Tokens, um lokalem Wertpapierrecht zu entsprechen.