Die Total Supply ist eine Momentaufnahme all dessen, was das Protokoll einer Kryptowährung bis zu einem bestimmten Zeitpunkt tatsächlich erzeugt hat, unabhängig davon, ob diese Coins derzeit von jemandem bewegt werden können. Sie liegt zwischen zwei anderen Supply-Kennzahlen: Die Total Supply ist immer gleich groß wie oder größer als die Circulating Supply und immer gleich groß wie oder kleiner als die Maximum Supply (sofern ein Projekt überhaupt eine festgelegt hat).
Der Unterschied zwischen Total Supply und Circulating Supply entsteht meist durch Token, die zwar on-chain existieren, aber noch nicht liquide sind: Allokationen, die für das Gründerteam vesten, Token, die in einer Treasury- oder Foundation-Wallet gesperrt sind, oder Beträge, die in Escrow gehalten und nach einem festen Zeitplan freigegeben werden. XRP ist ein bekanntes Beispiel: Ripple hält einen großen Teil der Total Supply in Escrow-Verträgen und gibt monatlich einen begrenzten Betrag frei, sodass die Circulating Supply der Total Supply um zig Milliarden Token hinterherhinkt. Coins, die nachweislich verbrannt (burned) wurden, werden von der Total Supply abgezogen, da sie nie wieder in den Umlauf zurückkehren können.
Bitcoin zeigt den gegenteiligen Fall: Da es keine reservierten oder vestenden Allokationen gibt, liegen Total Supply und Circulating Supply nahezu gleichauf und steigen beide gemeinsam auf die im Protokoll festgelegte Obergrenze von 21 Millionen zu, während neue Blocks gemined werden.
Anleger beobachten das Verhältnis von Circulating zu Total Supply als groben Indikator für künftiges Verwässerungsrisiko: Ein großer noch nicht freigegebener Bestand bedeutet, dass später mehr Coins auf den Markt kommen und den Preis unter Druck setzen könnten, weshalb diese Kennzahl eng mit der übergeordneten Tokenomics eines Projekts verknüpft ist.